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28.08.2013

15:02 Uhr

Irische Konkurrenten

Ryanair muss sich von Anteilen an Aer Lingus trennen

Die britischen Wettbewerbsschützer bleiben hart: Ryanair muss die Beteiligung an Aer Lingus massiv reduzieren. Ryanair-Chef Michael O'Leary wettert gegen die Entscheidung, sie sei „bizarr und offenbar falsch“.

Jahrelang bemühte sich der Billigflieger um Anteile der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus. Jetzt fordern die britischen Wettbewerbsbehörden einen Verkauf von Anteilen. Angeblich beeinträchtigt die Beteiligung den Wettbewerb. dpa

Jahrelang bemühte sich der Billigflieger um Anteile der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus. Jetzt fordern die britischen Wettbewerbsbehörden einen Verkauf von Anteilen. Angeblich beeinträchtigt die Beteiligung den Wettbewerb.

LondonDie britischen Wettbewerbsbehörden haben Ryanair im Ringen um die Übernahme der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus einen schweren Rückschlag versetzt und sogar einen Verkauf von Anteilen gefordert. Die Aufsichtsbehörde erklärte am Mittwoch, der Wettbewerb werde durch die Beteiligung von Ryanair an Aer Lingus substanziell beeinträchtigt. Ryanair müsse deswegen seinen Anteil auf fünf von derzeit 30 Prozent reduzieren.

Die Wettbewerbsbehörde bestätigte eine vorläufige Entscheidung vom Mai. Es gebe einen Widerspruch zwischen der Rolle als Konkurrent und der als größter Aktionär von Aer Lingus, erklärte die Behörde. Ryanair sei bestrebt, die Wettbewerbsposition seines Gegners zu schwächen.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Ryanair bezeichnete die Entscheidung als „bizarr und offenbar falsch“ und kündigte Berufung an. Damit könnte sich der Rechtsstreit noch Jahre hinziehen. Aer Lingus dagegen zeigte sich erleichtert: Die Entscheidung der Kartellbehörde sei eine erneute Bestätigung dafür, dass die bisherige Minderheitsbeteiligung des härtesten Wettbewerbers wettbewerbsschädlich sei - und „völlig konträr“ zu den Interessen der Passagiere, die zwischen Großbritannien und Irland befördert werden.

Die frei werdenden Anteile von Aer Lingus dürften nicht von einer anderen Fluggesellschaft gekauft werden, verfügte die Kartellbehörde weiter. Ryanair hatte sich im Juli überraschend bereit erklärt, seine Aer-Lingus-Anteile an eine andere EU-Airline zu verkaufen. Experten sprachen von einem Schritt, mit dem der Easyjet-Rivale einem Zwangsverkauf zuvorkommen wolle. „Das ändert nichts, denn es gibt keinen offensichtlichen Käufer“, sagte Donal O'Neill von Goodbody Stockbrokers im Juli. Mit dem Angebot solle vermutlich der Ausgangspunkt für ein Berufungsverfahren gegen den zu erwartenden Zwangsverkauf geschaffen werden.

Ryanair bemüht sich seit sieben Jahren um Aer Lingus. Erst vor sechs Monaten hatte die EU-Kommission den dritten Versuch von Ryanair-Chef Michael O'Leary blockiert, die irische Gesellschaft zu übernehmen. Die beiden Airlines sind mit Abstand die wichtigsten Luftfahrtunternehmen, die Flüge von und nach Irland anbieten. Ihr gemeinsamer Marktanteil bei Kurzstreckenflügen ab Dublin betrug im vergangenen Jahr 87 Prozent.

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