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21.06.2012

13:05 Uhr

Irische Regierung

Ryanair bietet zu wenig für Aer Lingus

Obwohl die Regierung in Dublin unter verstärktem Druck steht, Unternehmensbeteiligungen zu privatisieren, hat sie einem Angebot des Billigfliegers Ryanair eine Absage erteilt. Sie hält das Angebot für zu niedrig.

Maschinen von Ryanair und Aer Lingus auf dem Flughafen in Dublin. ap

Maschinen von Ryanair und Aer Lingus auf dem Flughafen in Dublin.

DublinDie irische Regierung hält das Ryanair-Übernahmeangebot für den Konkurrenten Aer Lingus für zu niedrig. „Ich habe immer die Ansicht vertreten, dass Aer Lingus unterbewertet ist“, sagte Verkehrsminister Leo Varadker am Donnerstag dem Staatssender RTE. „Das gemachte Angebot beweist dies.“

Die Regierung in Dublin ist mit 25 Prozent Großaktionär bei Aer Lingus und hatte sich wiederholt gegen mehr Einfluss des größten europäischen Billigfliegers Ryanair bei ihrer Beteiligung ausgesprochen. Allerdings fährt der klamme Staat derzeit im Rahmen der mit EU und IWF vereinbarten Finanzhilfen einen verschärften Privatisierungskurs.

Aer Lingus wird durch das Angebot von Ryanair mit rund 700 Millionen Euro bewertet. Ryanair will 1,30 Euro je Aer-Lingus-Aktie zahlen und damit einen Kursaufschlag von 38 Prozent. „Aer Lingus hat annähernd 700 Millionen Euro in bar zur Verfügung, das nun gemachte Angebot bewertet das Unternehmen niedriger“, sagte Varadker. Die Regierung werde keine Schnellschüsse unternehmen beim Verkauf ihres Anteils. „Das wird zu einem Zeitpunkt unserer Wahl geschehen“, sagte Varadker.

Aer Lingus hatte ihren Aktionären am Mittwoch geraten, nicht auf die Offerte von Ryanair einzugehen, weil diese zu niedrig sei. Ryanair hält seit längerem knapp 30 Prozent an Aer Lingus und unternimmt bereits den dritten Anlauf zu einer Übernahme.

Von

rtr

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