Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2016

17:33 Uhr

ITB und die Helferlein im Luxushotel

Ein Roboter in der Hotel-Lobby

VonChristoph Schlautmann

Wenn der Roboter den Zimmerschlüssel übergibt: Auf der Berliner Touristikmesse ITB hat sich Mario, einer der ersten Roboter, die im internationalen Hotelgewerbe arbeiten, vorgestellt. Ein Video unseres Redakteurs.

Wenn Roboter zu Popstars werden

Video-News: Wenn Roboter zu Popstars werden

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinEr spricht, er tanzt, er singt. Zur Begrüßung hebt er auch schon mal die Hand zum „Gib-mir-Fünf“ mit dem Gast. Er trägt den Namen Mario, ist sieben Kilogramm schwer – und gehört einer besonderen Spezies an. Nach den Worten seiner Erfinder ist er der erste humanoide Roboter, der im internationalen Hotelgewerbe arbeitet. Auf der Berliner Touristikmesse ITB zieht er die Zuschauer in seinen Bann. Auch Hospitality-Inside-Chefredakteurin Maria Pütz-Willems, Roger Langhout, Fabrice Goffin (v.l.n.r. im Video) sind von der neuen Hotelfachkraft angetan.

Seinen Arbeitsplatz hat der Roboter üblicherweise beim Nobelhotel Marriott im belgischen Gent, wo er seit Juni die Gäste in der Rezeption begrüßt.

„Er hilft bei der Registrierung und verteilt elektronische Zimmerschlüssel“, zählt Hotelmanager Roger Langhout die Hauptaufgaben des elektronischen Kollegen auf. Per Spracherkennung erfährt Mario aber auch, wenn er einem Übernachtungsgast das Taxi rufen soll. Und wer will, kann gegen ihn im Hotel Computerspiele ausfechten.

Einer Studie der Web-Seite Travelzoo zufolge rechnen 80 Prozent der Verbraucher damit, dass Roboter bis 2020 eine große Rolle in ihrem Leben spielen werden. Allerdings hätten viele Befragte auch Ängste geäußert. „Der menschliche Touch bleibt wichtig“, sagt Travelzoo-Manager Richard Singer.

Die Firmen Aldebaran und QBMT/Zora, die den kleinen Helfer entwickelt haben, dürfen sich bereits jetzt auf weitere Aufträge freuen. „Auch in den Niederlanden und in Frankreich wollen wir Hotels mit dem Roboter ausrüsten“, sagte Langhout. Menschen unter den Mitarbeiter in seinen Hotels werde „Mario“ nicht, verspricht er. Im Gegenteil: „Wir brauchen sogar mehr Personal, weil jetzt zusätzliche Gäste kommen.“ Der Hotelbetreiber Best Western sieht die Möglichkeiten der neuen Technologie nüchtern. „Eine coole Idee allein reicht nicht“, sagt Konzernchef David Kong.

Ein Schnäppchen ist Roboter Mario allerdings nicht. „Er kostet 15.000 Euro, wenn man ihn kauft“, sagt QBMT-Chef Fabrice Goffin. Wer den elektrischen Kobold least, bekommt ihn samt Service für 250 Euro im Monat.

Doch Mario ist nicht das einzige mechanische Helferlein im Hotelfach. Der japanische Toshiba-Konzern hat den Roboter Chihira Kanae erfunden. Er hat lange schwarze Haare und macht fließenden Handbewegungen. Menschlich soll er wirken, sagen die Erfinder. An der Rezeption soll er programmierte Fragen beantworten. Bei seiner Vorführung blieb er allerdings stumm.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×