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10.04.2017

17:34 Uhr

Jack Wolfskin

Outdoor-Ausrüster gehört bald Hedgefonds

Der Outdoor-Hersteller Jack Wolfskin soll einer Hedgefonds-Gruppe zufallen. Der bisherige Investor Blackstone hat sich verspekuliert, vor allem was das China-Geschäft betrifft. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer.

„Die Gespräche mit den Gläubigern verlaufen positiv. Wir gehen davon aus, dass eine langfristige Lösung eine starke Plattform für die weitere Entwicklung bieten wird.“, sagte eine Sprecherin des Outdoor-Herstellers. dpa

Jack Wolfskin

„Die Gespräche mit den Gläubigern verlaufen positiv. Wir gehen davon aus, dass eine langfristige Lösung eine starke Plattform für die weitere Entwicklung bieten wird.“, sagte eine Sprecherin des Outdoor-Herstellers.

FrankfurtDer Funktionsbekleidungs-Hersteller Jack Wolfskin fällt Insidern zufolge aller Voraussicht nach an eine Gruppe von bis zu 30 Hedgefonds. Der US-Finanzinvestor Blackstone, der vor fünf Jahren 700 Millionen Euro für das Unternehmen aus dem hessischen Idstein gezahlt hatte, werde Jack Wolfskin an die Gläubiger verlieren, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die ursprünglichen Gläubigerbanken des Outdoor-Ausrüsters hatten ihre Kredite im Volumen von mehr als 300 Millionen Euro an Hedgefonds unter Führung von HIG Capital, Sankaty (Bain Capital) und CQS verkauft. Sie geben Jack Wolfskin nun beträchtliches frisches Kapital und wandeln die Schulden zum Teil in Eigenkapital, wie die Insider bestätigten.

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„Blackstone wird dem nicht im Weg stehen“, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Den Vorschlag des US-Finanzinvestors, selbst frisches Kapital nachzuschießen und im Gegenzug die Mehrheit an Jack Wolfskin zu behalten, war bei den Hedgefonds durchgefallen. Die Schuldenlast des Unternehmens dürfte sich mit der Transaktion von bisher rund 350 Millionen Euro in etwa halbieren. Bis der Deal unter Dach und Fach sei, werde es noch einige Wochen dauern. Oft sperren sich einzelne Gläubiger bis zur letzten Minute, um mehr Geld für sich herauszuschlagen.

Firmenchefin Melody Harris-Jensbach hatte die Mitarbeiter nach einem Bericht des „Spiegel“ bereits Ende März auf einen bevorstehenden Eigentümerwechsel vorbereitet. Ein Sprecher von Jack Wolfskin sagte am Montag: „Die Gespräche mit den Gläubigern verlaufen positiv. Wir gehen davon aus, dass eine langfristige Lösung eine starke Plattform für die weitere Entwicklung bieten wird.“

Blackstone hatte sich mit Jack Wolfskin verspekuliert. Die geplante Expansion ins Ausland – vor allem nach China – war schwieriger und zäher als erwartet. Der US-Finanzinvestor muss mit dem Verlust der Beteiligung nach Reuters-Berechnungen rund 300 Millionen Euro abschreiben. Er hatte vor eineinhalb Jahren auf Druck der Banken noch 75 Millionen Euro frisches Kapital nachgeschossen.

Trübe Aussichten für das Jahr 2017 hatten den Gläubigern die Möglichkeit gegeben, die Reißleine zu ziehen. Mit einem Rückgang des operativen Gewinns (Ebitda) auf 30 bis 35 (2016: mehr als 50) Millionen Euro drohte Jack Wolfskin die Kreditauflagen zu verletzen, so dass über die Verbindlichkeiten neu verhandelt werden musste. Dabei geht es mit dem operativen Geschäft endlich aufwärts, der Umsatz stieg im vergangenen Jahr auf 351 (2015: 315) Millionen Euro. „Mit der aktuellen Entwicklung sind wir sehr zufrieden“, sagte der Sprecher. Die neue Kollektion sei auf der Sportartikelmesse Ispo zu Jahresbeginn gut angekommen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Paul Kersey

10.04.2017, 17:59 Uhr

Ein Paradebeispiel für das auf absolut krankes Wachstum ausgerichtete Wirtschaftsverständnis einiger Unternehmen von heute. Umsatz: 351 Mio EUR, Schulden 350 Mio. EUR. Und wir reden hier nicht über ein junges Start up, in das man erst mal ordentlich Geld schiessen muss. Das Unternehmen ist 36 Jahre alt.

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