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07.05.2015

13:13 Uhr

Jacques‘ Weindepot

Aktionäre zahlen den Hawesko-Machtkampf

VonChristoph Kapalschinski

Hawesko, der Betreiber von Online-Versendern wie Wein & Vino und Jacques‘ Weindepot, zieht die Bilanz: Die Aktionäre zahlen für den ausgestandenen Machtkampf.

Das Unternehmen sucht einen Vorstandschef, der die neue Konzernstrategie umsetzt. dpa

Weinhändler Hawesko

Das Unternehmen sucht einen Vorstandschef, der die neue Konzernstrategie umsetzt.

HamburgDie Endabrechnung ist da: Auf 3,5 Millionen Euro beziffert der börsennotierte Wein-Versender Hawesko die Kosten aus dem spektakulären Übernahmekampf, den sich der damalige Vorstandschef und Großaktionär Alexander Margaritoff mit dem zweiten Großaktionär Detlev Mayer Ende des vergangenen Jahres lieferte. Vor allem Anwälte und Investmentbanken verdienten an dem Duell. Das Ergebnis ist bekannt: Meyer gehören heute rund 80 Prozent der Aktien, Margaritoff verließ Ende April seinen Vorstandsposten.

Daraus resultiert eine weitere Belastung für den Konzern: Gut sechs Millionen Euro stellt Hawesko zurück, weil Margaritoffs Vertrag im vergangenen Jahr bis Februar 2019 verlängert worden ist. Den Gegenwert des vereinbarten Gehalts bekommt er daher noch nach und nach ausgezahlt.

Die Aktionäre kommt der Übernahmekampf also teuer zu stehen: Der Gewinn je Aktie sank 2014 auf 1,65 Euro – nach 1,80 Euro im Vorjahr. Hauptforderung Meyers im Übernahmekampf war zudem eine andere Dividendenpolitik: Es soll mehr Geld im Unternehmen bleiben, etwa für potenzielle Übernahmen im Ausland. Die Dividende sinkt daher von 1,65 Euro im Vorjahr auf 1,30 Euro. Statt 92 Prozent des Gewinns schüttet die AG nur noch 79 Prozent aus.

Hamburger Weinhändler: Hawesko-Übernahme abgeschlossen

Hamburger Weinhändler

Hawesko-Übernahme abgeschlossen

Auch die Nachfrist ist endgültig abgeschlossen: Die Tocos-Holding des Hawesko-Aufsichtsrats Detlev Meyer konnte rechtzeitig ihre Trümpfe ausspielen. Sie hält nunmehr knapp 79 Prozent des Weinhandel-Unternehmens.

Auf ähnlichem Niveau solle die Auszahlung für 2015 bleiben, danach die Quote schrittweise auf 40 bis 60 Prozent sinken, kündigte Finanzvorstand Ulrich Zimmermann an. Die Aktie solle dennoch ein attraktiver Dividendentitel bleiben, kündigte er an – schließlich hofft der Vorstand, durch mehr Investitionen Umsatz und Gewinn steigern zu können. Die absolute Höhe der Dividende muss also nicht unbedingt sinken.

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