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21.09.2012

11:53 Uhr

Jade-Weser-Port

Container-Schiffe verzweifelt gesucht

Die Polit-Prominenz feiert die Eröffnung des ersten deutschen Tiefwasserhafens. Doch erst eine Reederei läuft den neuen Umschlagplatz an. Das milliardenschwere Großprojekt ringt im harten Wettbewerb um Kunden.

Deutschlands erster Tiefwasserhafen im Testbetrieb: Füllen sich die leeren Lagerplätze rasch? dpa

Deutschlands erster Tiefwasserhafen im Testbetrieb: Füllen sich die leeren Lagerplätze rasch?

WilhelmshavenPannen, Verzögerungen und explodierende Kosten sind bei Großbauprojekten an der Tagesordnung. In Hamburg sorgt die Elbphilharmonie seit Jahren für Pleiten, Pech und Pannen, in Berlin ist die Eröffnung des neuen Flughafens gerade zum dritten Mal verschoben worden. Dagegen muten die Schwierigkeiten und Verzögerungen beim Bau des ersten deutschen Tiefwasserhafens vergleichsweise gering an. Der Jade-Weser-Port, ein milliardenteures Prestigeprojekt der Bundesländer Niedersachsen und Bremen wird heute offiziell eröffnet - mit nur anderthalb Monaten Verzögerung.

Doch die Schwierigkeiten für das Großprojekt fangen mit der Eröffnung erst an. Denn erst eine Reederei hat angekündigt, den Hafen der Superlative anzulaufen. Die dänische Maersk will eine Linie aus Bremerhaven abziehen und in den Jade-Weser-Port verlegen – einmal die Woche macht dann ein Frachter fest. Und der Weltmarktführer als erster Kunde überrascht nicht. Denn die Maerks-Tochtergesellschaft APM Terminals betreibt zusammen mit Eurogate das Terminal mit den riesigen Kränen des Jade-Weser-Port. Eurogate gehört den Logistikunternehmen Eurokai aus Hamburg und BLG Logistics aus Bremen.

Wichtige Fakten des Jade-Weser-Port im Überblick

Jade-Weser-Port

Der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven ist ein Gemeinschaftsprojekt von Niedersachsen und Bremen. Er ist der erste deutsche Tiefwasserhafen - das heißt, er kann von Containerriesen der neuesten Generation angefahren werden.

Baubeginn und Fläche

Der Baubeginn war 2008. Das Container-Terminal erstreckt sich über 130 Hektar. Das Güterverkehrszentrum umfasst 160 Hektar.

Kailänge

In der Endstufe soll die Anlegestelle 1725 Meter lang sein. Zum Start sind es nur 1000 Meter.

Schiffsmaße

Die Wassertiefe in der Fahrrinne und dem Hafenbecken ist 18 Meter. Schiffe können bis 430 Meter Länge und 16,5 Meter Tiefgang an der Kaimauer anlegen.

Kapazität und Kosten

Die Umschlagskapazität beziffert sich auf bis zu 2,7 Millionen Standardcontainer pro Jahr. Die Fertigstellung der zweiten Ausbaustufe ist für August 2013 geplant. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro.

Ursprünglich war der Jade-Weser-Port angesichts jahrelang steigender Umschlagszahlen dafür gedacht, überschüssige Kapazitäten aufzufangen, die in Hamburg oder auch in Bremerhaven ohnehin nicht bewältigt werden könnten. Doch seit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008 und den folgenden Schocks wie der europäischen Staatsschuldenkrise hat sich das Welthandels- und Containerumschlagswachstum abgeschwächt. Die noch vor ein paar Jahren verbreiteten, äußerst optimistischen Prognosen gelten heute als Makulatur.

„Der Jade-Weser-Port war ursprünglich nicht als Konkurrenzhafen geplant, es war immer vom Ergänzungshafen die Rede“, sagt Burkhard Lemper, Direktor für Maritime Wirtschaft und Transport am Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik. Angesichts der Zunahme des Containerverkehrs und der wachsenden Schiffsgrößen schienen die bestehenden deutschen Häfen an ihre Kapazitätsgrenzen zu stoßen. Vor allem Bremerhaven sei hinsichtlich der Ausbaumöglichkeiten „an der Grenze“. Der deutsche Branchenprimus Hamburg habe zwar noch „gewisse Potenziale“, aber auch dort werde es „nicht einfacher“.

Doch nun läuft es auf einen Konkurrenzkampf der Häfen hinaus. Zumindest auf dem Papier weist Wilhelmshaven klare Vorteile gegenüber den anderen deutschen Nordseehäfen auf. Moderne Riesencontainerschiffe können dank einer Wassertiefe von 16,5 Metern jederzeit voll beladen einfahren. Das sind zwei Meter mehr als in Hamburg und Bremerhaven bei Flut.
Für die mit Schleppern begleitete Revierfahrt von der Hochsee in den Hamburger Hafen bräuchten Schiffe acht Stunden und damit fünf Mal so lange. Doch Wilhelmshaven ist kein etablierter Umschlagplatz und liegt abseits der Hauptverkehrswege. Im Gegensatz zu Rotterdam, Bremerhaven oder Hamburg ist er nicht mit Binnenschiffen über Rhein, Weser und Elbe zu erreichen. Die kostengünstige Anbindung an das Hinterland fällt damit aus.

Kommentare (10)

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Brasil

21.09.2012, 12:49 Uhr

Ist doch nur ein neues Steuerverutreuungsloch mehr. Kann leicht aus dem deutschen Anteil aus der ESM Portokasse bezahlt werden! Oder noch einfacher, mit einer Spesenabrechnung der zukuenftigen ESM Granten!

Account gelöscht!

21.09.2012, 12:53 Uhr

Schreiben Sie doch nicht so einen Blödsinn.

soerenmoser

21.09.2012, 12:56 Uhr

@ Brasil
Wenn man nicht zu sagen hat, dann einfach mal den mund halten.

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