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27.06.2013

07:31 Uhr

Jahresauftakt Hornbach

Hör mal, wer da schrumpft

Das schlechte Wetter setzt nicht nur den Bauern zu, es verhagelt auch den Baumarktkonzernen den Jahresauftakt. Schnee und Frost legten die Nachfrage bislang buchstäblich auf Eis. Doch Hornbach will Boden gutmachen.

Die Hornbach-Gruppe, die zu den größten Baumarktunternehmen in Europa zählt, stellt heute ihre vorläufigen Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2012/2013 vor. dpa

Die Hornbach-Gruppe, die zu den größten Baumarktunternehmen in Europa zählt, stellt heute ihre vorläufigen Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2012/2013 vor.

Frankfurt, DüsseldorfDer lange Winter und das verregnete Frühjahr haben Deutschlands drittgrößtem Baumarktkonzern Hornbach den Jahresstart vermiest. Zwischen März und Mai schrumpfte der Umsatz um 2,9 Prozent auf 892 Millionen Euro, wie Hornbach am Donnerstag mitteilte.

Das Betriebsergebnis (Ebit) brach im ersten Geschäftsquartal um 32,2 Prozent auf 51,1 Millionen Euro ein. „So einen verhagelten Start haben wir und die gesamte Do-it-yourself-Branche noch nie erlebt. Schnee und Frost legten die Nachfrage in unseren Bau- und Gartenmärkten im März und in der ersten Aprilhälfte 2013 buchstäblich auf Eis“, sagte Konzernchef Albrecht Hornbach. Er sei jedoch zuversichtlich, in den nächsten Monaten wieder Boden gutmachen zu können.

Die beliebtesten Baumärkte

Ruinöser Preiskampf

Experten sind sich weitgehend einig: In Deutschland gibt es schlichtweg zu viele Baumärkte. Unter diesen Bedingungen ist der Preiskampf hoch und die Margen gering. Es folgt eine Übersicht über die beliebtesten Baumärkte.

Platz 10

Auf Rang zehn liegt Marktkauf. 3,2 Prozent der befragten Deutschen gaben an, 2010 dort eingekauft zu haben. 32,7 Prozent der 23.000 Befragten gaben übrigens an, gar keinen Baumarkt besucht zu haben.

Platz 9

Auf Platz 9 landet Hellweg Baumarkt mit 3,7 Prozent.

Platz 8

Die Globus-Kette steht auf Rang acht: 4,6 Prozent der Befragten gaben an, hier eingekauft zu haben.

Platz 7

Max Bahr rangiert auf dem sechsten Platz mit einem Anteil von 5,5 Prozent.

Platz 6

Nicht unter den Top-Five steht Bauhaus, nämlich nur auf Rang sechs. Mit 9,3 Prozent liegt die Kette nur knapp hinter ...

Platz 5

... Hornbach. Die auch durch intensive TV-Werbung recht bekannte Kette kommt auf zehn Prozent.

Platz 4

Knapp davor rangiert mit 10,4 Prozent Hagebaumarkt.

Platz 3

Etwas überraschend liegen die Baumärkte von Toom vor der Konkurrenz von Hagebaumarkt und Hornbach. Allerdings nur knapp: 10,6 Prozent der Befragten gehen hier gern shoppen.

Platz 2

Mit deutlichem Abstand liegen die beiden Dickschiffe der Branche vorne. Die Silbermedaille geht an Praktiker. Die Kette befindet sich in einem umfangreichen Umbauprozess und musste dabei so manchen Rückschlag einstecken. 20,8 Prozent der Deutschen waren 2010 in einem der blau-gelben Märkte.

Platz 1

Branchenführer im Hinblick auf die Beliebtheit ist Obi. Der Wert liegt bei 26,3 Prozent.

„Trotz dieses Dämpfers im ersten Quartal halten wir an unserer Umsatz- und Ertragsprognose für das Gesamtjahr 2013/2014 fest“, ergänzte er. Der Umsatz im noch bis Ende Februar laufenden Geschäftsjahr soll den Vorjahreswert von 3,23 Milliarden Euro leicht übertreffen. Das Betriebsergebnis soll in etwa auf oder leicht unter dem Vorjahresniveau von 145,9 Millionen Euro liegen.

Den Rivalen Praktiker, der im ersten Vierteljahr (Januar bis März) ein Umsatzminus von zehn Prozent verbucht hatte, verdrängte Hornbach inzwischen in der Rangliste der umsatzstärksten europäischen Baumärkte vom dritten Platz. Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die Hornbach Holding, zu der neben der Baumarktkette auch noch ein Baustoffhandel und eine Immobilien-Tochter gehören, unter der schlechten Konsumstimmung gelitten. Das Ebit war um 14 Prozent auf 146 Millionen Euro eingebrochen, der Umsatz um 0,8 Prozent auf 3,23 Milliarden Euro geschrumpft.

„In den Baumärkten sind die Umsatzrückgänge spürbar“, sagt der Sprecher des Branchenverbandes HDE, Kai Falk. „Sie hoffen, dass der Sommer nun endlich kommt und Rasenmäher sowie Stühle, Bänke und andere Gartenmöbel dann gekauft werden.“ Besonders starke Einbußen müssen die Händler in den Hochwasser-Regionen hinnehmen. „Viele Geschäfte können von den Kunden nicht mehr erreicht werden“, so der HDE-Sprecher. „Und viele Geschäfte sind durch die Überschwemmungen beschädigt worden.“

Berenberg-Bank-Ökonom Christian Schulz liefert noch eine andere Erklärung für die mauen Geschäfte vieler Einzelhändler: „Der lange Winter hat die Preise für saisonales Gemüse nach oben getrieben, weshalb die Haushalte sich anderswo eingeschränkt haben.“

Hornbach betreibt 138 Märkte in neun Ländern und erzielt gut 40 Prozent seiner Umsätze im Ausland. Und das soll noch mehr werden: Im laufenden Geschäftsjahr eröffnet Hornbach nur einen neuen Markt in und drei neue Märkte außerhalb Deutschlands – in der Slowakei, den Niederlanden und Schweden. Insgesamt will Hornbach in diesem Jahr 150 bis 200 Millionen Euro investieren - nach 149 Millionen Euro im Vorjahr.

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