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15.01.2007

12:38 Uhr

Jahresbilanz

SGS profitiert vom Rohstoffboom

Der Rohstoffboom und die anhaltenden Warenströme aus Asien haben dem Schweizer Prüf- und Inspektionskonzern SGS 2006 im fünften Jahr in Folge mehr Umsatz und Gewinn beschert.

HB ZÜRICH. Der Umsatz erhöhte sich nach SGS-Angaben vom Montag um knapp 16 Prozent auf 3,82 Mrd. Schweizer Franken (Sfr) und der Gewinn stieg um rund 19 Prozent auf 443 Mill. Sfr oder 58,36 Sfr je Aktie. Für das neue Jahr rechnet SGS mit einer Fortsetzung des positiven Trends. Die Voraussetzungen, bis 2008 einen Gewinn je Aktie auf 80 Sfr zu steigern, seien gut, hiess es. Der Betriebsgewinn verbesserte sich um 24 Prozent auf 624 Mill. Sfr, was einer Margenverbesserung auf 16,3 Prozent von 15,2 Prozent im Vorjahr entsprach. Das organische Umsatzwachstum lag bei 10,3 Prozent.

Die Dividende soll 20 Schweizer Franken je Aktie betragen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen insgesamt 50 sfr in Form einer Nennwertrückzahlung und einer Dividende ausgeschüttet.

Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 3,8 Mrd. sfr, einem Betriebsgewinn von 621 Mill. und einem Reingewinn von 449 Mill. sfr gerechnet.

Grösster SGS-Konkurrenten ist das französische Unternehmen Bureau Veritas. Im Markt kommen immer wieder Gerüchte auf, SGS wolle die Franzosen übernehmen. SGS-Verwaltungsratspräsident und Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte im November den bisherigen Bereichsleiter Chris Kirk zum neuen CEO berufen und ihm ins Pflichtenheft geschrieben, SGS für Übernahmen zu wappnen.

Im ersten Halbjahr 2006 hatte SGS noch etwas höhere Wachstumsraten als im Gesamtjahr erzielt. Der Umsatz war um 19 Prozent gestiegen und der Gewinn hatte um 24 Prozent zugenommen. Die Betriebsmarge lag zur Jahresmitte bei 16,4 Prozent. Das Umsatzwachstum des ganzen Jahres lag leicht über den knapp 15 Prozent des Jahres 2005.

Die im Herbst 2005 formulierten Ziele gelten nach Angaben eines Sprechers weiterhin. Neben den 80 sfr Gewinn je Aktie umfassen diese auch einen Umsatz von fünf Mrd. sfr und eine Betriebsmarge von 17 Prozent.

Ein Umsatzplus von fast 22 Prozent auf 780 Mill. sfr erzielte SGS dank der steigenden Nachfrage aus China und Indien in seinem grössten Bereich „Öl, Gas und Chemie“, wo sich die Betriebsmarge auf 14,4 von 12,6 Prozent verbessert. Der Bereich Mineralien, in dem SGS über 150 Prüflabors in mehr als 30 Ländern betreibt, steigerte den Umsatz um 21 Prozent auf 467 Mill. sfr und die Betriebsmarge verbesserte sich auf 17,2 Prozent. Der zweitgrösste Bereich „Consumer Testing“ erhielt den Angaben zufolge die wichtigsten Impulse aus Ostasien und steigerte den Umsatz um knapp 25 Prozent auf 593 Mill. sfr. Die Betriebsmarge verbesserte sich um zwei Punkte auf 23,1 Prozent.

Das Geschäft in den westlichen Ländern blieb hinter dem der Boombranchen und -regionen zurück. So kam der Geschäftsbereich Umweltdienste nur auf ein unterdurchschnittliches Wachstum, während gleichzeitig die Margen sanken. Ähnlich sah es etwa bei den Dienstleistungen für Versicherungen aus. Die Zahl der Mitarbeiter stieg 2006 um gut 4000 auf knapp 45 000.

Die Aktie verlor bis 9.20 Uhr 2,4 Prozent auf 1362 sfr. Das Ergebnis sei „nicht perfekt“ und entspreche gerade so den Erwartungen, erklärten Analysten. Zudem sei die SGS-Aktie hoch bewertet.

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