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02.05.2016

21:37 Uhr

Japan

Der Whisky-Boom ist ein Segen für die Bauern

Japanischer Whisky ist auf einmal der Star in den Bars der globalen Metropolen – trotz Preisen von bis zu 800 Euro die Flasche. Für die Reisbauern des Landes bringt der Trend zum Single Malt neue Perspektiven.

Das Land exportiert immer größere Mengen der edlen Spirituose. AFP; Files; Francois Guillot

Japanischer Whisky

Das Land exportiert immer größere Mengen der edlen Spirituose.

TokioJapans Whisky-Branche erlebt einen wahren Boom. Das lässt auch Reisbauern wie Hiroshi Tsubouchi neue Wege beschreiten. Weil der Reiskonsums im Inland sinkt, will der 36-Jährige nun auf den Alkohol-Zug aufspringen – oder zumindest zur Gerste wechseln, die für die Herstellung von Whisky gebraucht wird.

Japanischer Whisky zählt zu den besten und teuersten in der Welt. Die Gewinne aus der regionalen Destilleriebranche fließen jetzt langsam auch den Bauern des Landes zu. Tsubouchi wird im kommenden Monat seine erste Ernte einfahren. Wie viele Dutzend Farmer in der Mitte Japans will auch er testen, ob er mit Gerste seine Einnahmen steigern kann.

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Platz 10: Suntory Holdings (Japan)

Ursprünglich eine Brauerei und Destillerie, wurden die Geschäftsfelder erweitert. Mittlerweile werden auch Softdrinks, edle Weine sowie Eis und Blumen, angeboten. Umsatz mit Getränken 2014: 7,5 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Statista/Beverage Industry Magazine

Platz 8: Pernod Ricard (Frankreich)

Pernod Ricard ist ein französischer Wein- und Spirituosen-Konzern, der im Dezember 1975 aus der Fusion der Unternehmen Pernod und Ricard entstanden ist. Umsatz 2014: 9,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 8: Starbucks (USA)

Das auf Kaffeeprodukte spezialisierte Einzelhandelsunternehmen kauft Kaffeebohnen, röstet und vertreibt diese über die konzerneigenen und lizenzierten Kaffeehäuser. Umsatz 2014: 12,7 Milliarden US-Dollar.

Platz 7: Diageo (Großbritannien)

Der Name Diageo setzt sich aus dem lateinischen Wort für Tag (dies) und dem griechischen Wort für Welt (geo) zusammen. Das Unternehmen ist in mehr als 180 Ländern tätig und seine Aktien werden in New York und London gehandelt. Mit 21,8 Milliarden US-Dollar Getränkeumsatz (2014) ist Diageo einer der weltweit größten Spirituosenhersteller.

Platz 6: SAB Miller (Großbritannien)

SAB Miller ist in mehr als 80 Ländern mit Brauereien vertreten. Die größten Absatzmärkte des Bierkonzerns sind Afrika, Nordamerika, Mitteleuropa und Osteuropa. Umsatz 2014: 22,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Heineken (Niederlande)

Die niederländische Brauerei wurde am 12. Juli 1864 durch Gerard Adriaan Heineken gegründet. Der Konzern setzte 2014 23,3 Milliarden US-Dollar um.

Platz 4: Nestlé (Schweiz)

Nestlé ist der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern. Ein Drittel der Produkte sind Getränke. Umsatz 2014: 27 Milliarden US-Dollar.

Platz 3: PepsiCo (USA)

In den 1880er-Jahren entwickelte der US-Chemiker Caleb Bradham aus dem US-Bundesstaat North Carolina die „Pepsi-Cola“. Mittlerweile ist das Unternehmen zu einem der weltgrößten Lebensmittelhersteller angewachsen. Getränke-Umsatz 2014: 31 Milliarden Dollar.

Platz 2: Coca-Cola (USA)

John Stith Pemberton erfand das Getränk im Jahr 1886. Kurz vor dem Tod des Erfinders erwarb der Apothekengroßhändler Asa Griggs Candler für 2300 US-Dollar die Rechte an Coca-Cola. 1892 gründete er The Coca-Cola Company. Ein Jahr später ließ Candler Coca-Cola als Marke schützen. Umsatz 2014: 46 Milliarden US-Dollar.

Platz 1: Anheuser-Busch Inbev (Belgien)

Anheuser-Busch Inbev (kurz AB Inbev) ist – gemessen am Absatzvolumen – die größte Brauereigruppe der Welt. Sie entstand 2008 durch die Übernahme von Anheuser-Busch durch die belgisch-brasilianische Inbev-Gruppe. AB-Inbev beschäftigt mehr als 155.000 Mitarbeiter und ist mit mehr als 200 Marken in mehr als 140 Ländern vertreten. Umsatz 2014: 47 Milliarden US-Dollar.

Japan ist derzeit der weltweit viertgrößte Importeur von Gerste und der zweitgrößte Käufer von Gerstenmalz. Der Import von Malz für die Whisky-Produktion stieg im vergangenen Jahr um 20 Prozent. Mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre handelt es sich sogar fast um eine Vervierfachung. Dahinter steht die steigende Nachfrage nach japanischem Whisky – von San Francisco bis Hongkong.

„Ich hätte nie damit gerechnet, dass unser japanischer Whisky im Ausland so beliebt ist“, sagt Ichiro Akuto, dessen Single-Malts sich für bis zu 100.000 Yen (rund 80 Euro) je Flasche verkaufen. Seine Destillerie Venture Whisky in der Präfektur Saitama arbeitet mit Bauern in der Region zusammen, um eine Zuliefererkette für ein von ihm 2013 gebaute Mälzerei zu etablieren.

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Das globale Absatzvolumen von Whisky aus allen produzierenden Ländern war zwischen 2009 und 2014 um durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr gestiegen – während das Plus allein mit Blick auf Japan bei 5,6 Prozent lag, belegen Daten des Marktforschers Euromonitor International.

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