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11.04.2014

16:25 Uhr

Japanische Modekette Uniqlo

Mit langweiliger Kleidung gegen H&M

VonDana Heide, Lisa Hegemann

Uniqlo ist in Deutschland noch nahezu unbekannt – in seiner Heimat Japan dagegen ist die Kleidung der Renner. Seit heute verkauft der Konzern auch hierzulande. Das ausgegebene Ziel: H&M und Zara ausstechen.

Die japanische Kleiderkette Uniqlo schickt sich an, Deutschland zu erobern – mit langweiliger Kleidung.

Die japanische Kleiderkette Uniqlo schickt sich an, Deutschland zu erobern – mit langweiliger Kleidung.

Düsseldorf/TokioIn Tokio ist der Platz knapp – und so wachsen die Läden eher in die Höhe als in die Breite. Auch im Luxus-Shopping-Viertel Ginza. Neben High-Class-Marken wie Manolo Blahnik oder Gucci hat der Bekleidungsriese Uniqlo einen schmalen, fünfstöckigen Verkaufsraum. Über enge Rolltreppen, auf die allenfalls eine Person passt, gelangt man in die einzelnen Etagen. Die Kleidung ist schlicht, zurückhaltend, unspektakulär, meist einfarbig und ohne ausgefallene Schnitte – und doch reißen sich die Japaner darum.

Diesen Erfolg will das Unternehmen jetzt auch in Deutschland wiederholen – ebenfalls in Toplage. Am Freitag eröffnet der japanische Modekonzern seinen ersten Ableger in Berlin in der edlen Tauentzienstraße. Mit einer Verkaufsfläche von rund 2700 Quadratmetern ist es das bisher größte Geschäft in Europa. Das ausgegebene Ziel von Unternehmenschef Tadashi Yanai ist nicht weniger groß: H&M und Zara überholen. Doch Experten streiten darüber, ob das gelingen kann.

Bisher ist der Modemarkt auf dem Globus klar verteilt: Zara führt die Liste der wertvollsten Modehändler mit einem Markenwert von rund 20 Milliarden US-Dollar klar an, gefolgt von Nike (knapp 16 Milliarden US-Dollar) und H&M (knapp 13 Milliarden US-Dollar). Uniqlo landet auf dem sechsten Platz, liegt mit einem Wert von vier Milliarden US-Dollar aber klar hinter den ausgemachten Konkurrenten aus Spanien und Schweden. In Deutschland ist H&M laut einer Umfrage die beliebteste Modemarke überhaupt.

Die größten Textileinzelhändler Europas

Der Bekleidungsmarkt in Europa

Auch wenn es viele bekannte Modeketten gibt – ihr jeweiliger Marktanteil ist recht gering. Das hängt nur teilweise mit dem Online-Handel zusammen. Vor allem vertreiben auch Discounter wie Aldi oder Lidl viel Bekleidung. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2012.

H&M

4,71 Prozent Marktanteil in Europa

Inditex (Zara u.a.)

3,93 Prozent

C&A

2,21 Prozent Marktanteil

Marks&Spencer

1,68 Prozent

Next

1,53 Prozent

Primark

1,36 Prozent

Arcadia

1,2 Prozent

Esprit

0,85 Prozent

TK Maxx

0,8 Prozent

Kik

0,65 Prozent

Quelle

Mintel (über statista.de)

Der japanische Modekonzern Uniqlo – kurz für „Unique Clothing“ – schickt sich an, diese Einstellung zu ändern. Das Versprechen: Gute Qualität zu günstigen Preisen. Das ist nicht neu. Doch im Gegensatz zu H&M oder Zara setzt Uniqlo nicht auf aktuelle Trends, sondern Alltagskleidung – im Modejargon auch „Basics“ genannt.

Schaut man sich die Zahlen in Japan an, ist diese Strategie ein Erfolgsrezept. Dort zählt Uniqlo zu einem der erfolgreichsten Unternehmen des Landes. Die Mutter-Gesellschaft Fast Retail ist eines der wertvollsten Unternehmen im Nikkei-Index. Allein in Japan hat die Modekette von August 2012 bis August 2013 ein Betriebsergebnis von 96,8 Milliarden Yen (etwa 685 Millionen Euro) erzielt. Damit machte der Konzern mehr als zwei Drittel seines Ergebnisses in seiner Heimat.

Aber ob das Konzept auch in Deutschland Erfolg hat? Die gute Lage in Berlin ist jedenfalls vielversprechend. Zudem verspricht Uniqlo auch hohe Qualität – ein Merkmal, das dem deutschen Konsumenten sehr wichtig ist. Kiran Mazumdar, Einzelhandelsexperte der Kölner Unternehmensberatung Inverto ist überzeugt, dass sich Uniqlo auch in Deutschland durchsetzen wird. „Ich glaube, dass der deutsche Konsument dem Konzept von guter Qualität zu günstigen Preisen sehr aufgeschlossen ist“, sagt er.

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