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20.05.2013

17:07 Uhr

Joint Venture mit Mengniu

Danone kooperiert in China mit Skandalkonzern

Der französische Lebensmittelkonzern baut durch eine Kooperation mit Mengniu seine Präsenz in China weiter aus. 325 Millionen Euro fließen in die Beteiligung an dem Milchriesen, der schon mehrfach mit Skandalen kämpfte.

Produkte von Mengniu Dairy: Danone will in China wachsen. Reuters

Produkte von Mengniu Dairy: Danone will in China wachsen.

Paris/Peking/HongkongDer weltgrößte Joghurthersteller Danone baut sein Geschäft in China mit einer Beteiligung an dem größten Milchproduzenten des Landes aus. Die Franzosen steigen mit rund vier Prozent bei Mengniu ein. Danone wolle den Anteil bei passender Gelegenheit weiter erhöhen, teilten die Unternehmen am Montag in Paris und Peking mit. Zudem will der Nestlé-Konkurrent in Zukunft gemeinsam mit der Cofco-Tochter gefrorene Joghurtprodukte herstellen. Infolge der Nachricht stiegen die Aktien des chinesischen Unternehmens an der Börse in Hongkong um 10 Prozent.

Die Franzosen lassen sich beide Schritte rund 325 Millionen Euro kosten. Danone kämpfte zuletzt mit einem schwachen Geschäft mit Milchprodukten in Europa und will daher das Geschäft in China und anderen Ländern mit hohen Wachstumsraten ausbauen.

Danone versucht bereits seit Jahren, sein Engagement in China zu erweitern. Der Nachfrageboom nach Babynahrung vor allem in China hatte dem weltgrößten Joghurt-Hersteller zum Jahresauftakt ein überraschend hohes Umsatzplus beschert. In Europa leidet Danone wegen seiner starken Präsenz in den südlichen Krisen-Ländern der Euro-Zone unter der Flaute.

Mengniu hatte zuletzt einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Umgerechnet rund 5,8 Milliarden Dollar nahm das Unternehmen im vergangenen Jahr ein. Das sind 3,5 Prozent weniger als noch 2011. Der Nettogewinn schrumpfte um 20,9 Prozent auf 1,26 Milliarden Yuan.

war vor einiger Zeit in die Skandale um verseuchte Milchprodukte in China verwickelt. Dort starben mehrere Säuglinge durch mit giftigen Chemikalien versetzte Milchpulverprodukte, tausende Kinder erkrankten. Mit dem Zusatz wurde der Proteingehalt in qualitativ minderwertiger oder verdünnter Milch künstlich erhöht. Mindestens 22 Unternehmen verkauften damals Produkte, die die Chemikalie enthielten.

Skandale wie dieser haben dazu geführt, dass viele chinesische Verbraucher heute aus Vorsicht Produkte ausländischer Konkurrenten wie Danone oder Nestlé bevorzugen. Für Mengniu blieb es nicht bei diesem einen Vorfall. Mit Schimmelpilzgiften verunreinigtes Tierfutter soll 2011 für überhöhte Toxin-Gehalte in der Milch des Unternehmens geführt haben.

Auch der skandinavische Molkereiriese Arla unterhält seit 2006 ein Joint Venture mit Mengniu. Unter dem Namen Mengniu Arla vertreiben beide Unternehmen gemeinsam Milchpulverprodukte in Asien.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

20.05.2013, 19:20 Uhr

Danone hat spaetestens seit Actimel fuer mich gezeigt, was von deren Produkten zu halten ist. Ich persoenlich habe mich davon nicht beeinflussen lassen, aber andere scheinbar doch :-((( Jetzt auch noch China und Skandalkonzern? -> :-((((((((

kossler

20.05.2013, 22:59 Uhr

Ich kann mir auch schon vorstellen welch fieses Spiel da gespielt wird. Am Ende bekommt die Skandalmilch eine westliche Packung und der Chinese kauft es... und am Ende kommt der selbe Skandal wieder raus, nur dann ist der Buhmann der westliche Unternehmer. Dann kaufen alle Chinesen doch wieder Milch von chinesischen Unternehmen.

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