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21.01.2014

00:30 Uhr

JP Morgan

US-Großbank verklagt Berliner Verkehrsbetriebe

Wegen riskanter Finanz-Deals stehen die Berliner Verkehrsbetriebe derzeit in London vor Gericht. Der Hauptstadtbetrieb hat schon Verluste von über 150 Millionen Euro eingefahren. Und offene Rechnungen bei JP Morgan.

Zug der Berliner U-Bahn. dpa

Zug der Berliner U-Bahn.

LondonJP Morgan ist mit schweren Anschuldigungen gegen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in einen Gerichtsprozess um riskante Finanzgeschäfte gestartet. Die US-Bank verklagt das kommunale Hauptstadt-Unternehmen auf umgerechnet gut 150 Millionen Euro plus Zinsen, die die BVG dem Institut nach dessen Auffassung noch zahlen müssen.

Am ersten Verhandlungstag vor einem Londoner Gericht warf ein JP Morgan-Anwalt den BVG vor, die Schuld für Verluste in dieser Höhe um jeden Preis anderen in die Schuhe schieben zu wollen. Am Dienstag stellen die BVG ihre Position dar, nach der sie über das wahre Risiko des fraglichen Finanzgeschäfts im Dunkeln gelassen worden seien. Bei den BVG war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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Hintergrund des Disputs ist ein bestimmtes Finanzderivat, mit dem die BVG deutschen Medienberichten zufolge auf Anraten von JP Morgan ihre Finanzierung von Straßenbahn- und U-Bahnwagen absicherten. Als sich die Papiere mit Beginn der Finanzkrise als Schrott erwiesen und die BVG dadurch Verluste von rund 156 Millionen Euro eingefahren hätten, habe das Berliner Unternehmen noch ausstehende Zahlungen an die US-Bank eingestellt, berichtete unlängst der Berliner „Tagesspiegel“.

Die fraglichen Finanzderivate gehören zu bestimmten Anlagepaketen (CDOs), die Banken aus einer Reihe von Anleihen schnüren und die im Zuge der Finanzkrise massiv in die Kritik geraten sind.

Nach 2008 sind viele Anleger, die durch solche Geschäfte Millionen verloren haben, gegen die Banken vor Gericht gezogen. Sie warfen den Instituten vor, das mit den Kreditpaketen verbundene Risiko verschwiegen zu haben. JP Morgan hatte zuletzt wegen einer Reihe von Rechtsstreitigkeiten fast 20 Milliarden Dollar gezahlt. Die größte US-Bank verdiente zuletzt aber trotzdem wieder glänzend. Der Nettogewinn summierte sich im vierten Quartal auf 5,3 Milliarden Dollar.

Von

rtr

Kommentare (1)

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kfvk

21.01.2014, 08:18 Uhr

Da haben alle vorher und jetzt am Prozess gut verdient: Berater, Anwälte, Banken usw. Den Vertrag oder Prospekt hat keiner gelesen und wenn, dann nicht verstanden. Am Ende zahlt der Steuerzahler alles...
Schuster bleib bei deinen Leisten ... Das Sprichwort hat schon was. Es sind sicher hunderte von Millionen, die die öffentliche Hand da mit unverstandenen Finanzwerkzeugen verzockt hat. Schade, dass die Urheber dieser Geschäfte nicht wegen veruntreuung öffentlicher Gelder alle zur Abschreckung von Nachahmern und Wiederholungstätern im Gefängnis landen.
Und die BVB sollten sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: Nahverkehr, Strom- und Wasserversorgung usw. Da haben sie doch genug zu tun und hätten hoffentlich wenigstens dabei die richtigen Fachleute im Haus.

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