Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2015

15:48 Uhr

Juristische Schlappe für Uber

Fahrdienst unterliegt vor französischem Gericht

Uber muss erneut eine juristische Schlapp hinnehmen, diesmal in Frankreich. Das Oberverwaltungsgericht verbot Uber-Taxen, aktiv auf Kundensuche umher zu fahren. Ein weiteres Urteil steht nun noch aus.

Uber hat in Frankreich erneut einen wichtigen Prozess verloren. Reuters

Umstrittener Fahrdienst

Uber hat in Frankreich erneut einen wichtigen Prozess verloren.

ParisDer umstrittene Fahrdienst Uber hat in Frankreich einen Rückschlag vor Gericht einstecken müssen. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte am Freitag Beschränkungen für Taxi-Dienste ohne Lizenz und ebnete damit den Weg für ein Urteil im Fall Uber. Demnach müssen Taxen ohne Konzession zu ihren Standorten zurückfahren, nachdem sie ihren Kunden abgesetzt haben, und an den gesonderten Parkstellen auf neue Einsätze warten. Es ist ihnen nicht erlaubt, auf der Suche nach neuen Kunden umher zu fahren. Ein Pariser Berufungsgericht hat auf die Entscheidung gewartet, um selbst über die Zukunft von Ubers Dienst Uber-POP zu entscheiden.

Uber bietet eine Smartphone-App an, mit deren Hilfe Privatpersonen zahlungswillige Mitfahrer finden können. Dafür verlangt das kalifornischen Unternehmen einen Teil des vereinbarten Tarifs. Drei konkurrierende Auto-Dienste - LeCab, Green Tomato Cars und Transdev Shuttle - sowie die Taxi-Gewerkschaft sind vor Gericht gezogen, um den Uber-Dienst verbieten zu lassen.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Uber-Pop ist mehreren europäischen Ländern verboten, auch in Deutschland. Das Unternehmen wehrt sich aber unter anderem mit einer Beschwerde bei der EU-Kommission und versucht hierzulande einen Alternativdienst mit entsprechend versicherten Mietwagen ins Rollen zu bringen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×