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20.04.2011

15:41 Uhr

Kai Ostermann

„Der Investitionsbedarf ist riesig“

VonChristian Panster, Peter Köhler

Kai Ostermann ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing AG. Ostermann im Gespräch mit dem Handelsblatt über die Auswirkungen der Japan-Katastrophe, die kommende Energiewende - und das Geschäft mit Dienstwagen.

BMW-Fahrzeuge stehen in einer Reihe. Quelle: dapd

BMW-Fahrzeuge stehen in einer Reihe.

Handelsblatt: Herr Ostermann, nach Portugal rücken nun die Schulden Spaniens in den Fokus der Investoren. Die Deutsche Leasing ist stark in dieser Region engagiert - ein  größeres Problem für Sie?

Kai Ostermann: Spanien ist zweifellos ein wichtiger Markt. Wir merken, dass es den Unternehmen dort schlecht geht, nach zuvor sehr guten Jahren. Während des Baubooms wurden  viele Investitionen über Leasing finanziert. Der Einbruch am Immobilienmarkt hat dazu geführt, dass in diesem Bereich kaum mehr investiert wird. Das Volumen unseres Neugeschäfts ist zuletzt um mehr als 20 Prozent gesunken. Weil wir weltweit mittlerweile in 20 Ländern vertreten, also sehr breit aufgestellt sind, können wir die Probleme in Spanien aber sehr gut abfedern. Das Risiko für die Deutsche Leasing ist  also gut verkraftbar .

Welche Länder holen die Kohlen aus dem Feuer?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass unser Neugeschäft im Ausland in etwa ein Volumen von 1,4 Milliarden Euro hat; insgesamt, also inklusive  Deutschland, kommen wir auf acht Milliarden Euro. Der Heimatmarkt spielt nach wie vor eine sehr wichtige Rolle für uns – und das wird auch so bleiben. Aber um auf Ihre Frage zurück zu kommen: China und  auch Russland sind derzeit sehr attraktive Märkte für uns.

Was ist mit Japan? Hat die Katastrophe dort Auswirkungen auf Ihr Geschäft?
Nein, nicht unmittelbar; wir sind dort nicht vor Ort vertreten. So schlimm die Katastrophe für die Menschen in Japan auch ist, glauben wir nicht, dass die langfristigen Auswirkungen auf die Weltkonjunktur sehr groß sein werden.

Bundeskanzlerin Merkel hat bereits die Energiewende ausgerufen. Das dürfte doch ein sehr lukratives Feld für Sie sein …

Das stimmt. Egal, wie künftig der sogenannte Energiemix in Deutschland aussehen wird, der Investitionsbedarf ist riesig.

Gibt es Ziel- oder Wunschgrößen, was dieses Thema in den kommenden Jahren abwerfen soll?
Nein, die gibt es nicht. Es wäre auch unseriös, jetzt irgendwelche Milliardensummen zu nennen.   

Die Branche könnte sie aber gut gebrauchen. Auffällig ist, dass viele Leasinggesellschaften  nur sehr langsam aus der Krise kommen, während die Konjunktur längst wieder kräftig wächst …

Viele Leasingkunden haben in der Finanz- und Wirtschaftskrise und den Monaten danach sehr vorsichtig kalkuliert. Wenn sie überhaupt investiert haben, dann wurden die Investitionen über die Cash-Reserven finanziert statt geleast. Früher war es dagegen immer so, dass die Leasing-Gesellschaften bereits sehr früh vom folgenden Aufschwung profitiert hatten. So gesehen waren die jüngste Krise und ihre Auswirkungen völlig neu für die  Branche. Auch haben zum Teil längere Bestellfristen zur Situation beigetragen. Mittlerweile hat sich die Situation aber wieder normalisiert. Der Aufschwung, den wir seit geraumer Zeit beobachten, verstetigt sich; es wird wieder geleast.

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