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23.09.2016

17:57 Uhr

Kaiser's Tengelmann

Haub gibt Supermärkten noch eine Gnadenfrist

Die Zerschlagungspläne für Kaiser's Tengelmann sind nach dem Krisengespräch zunächst gestoppt. Eigentümer Karl-Erivan Haub gibt der angeschlagenen Supermarktkette noch eine Frist von zwei Wochen für eine Lösung.

Supermarkt-Deal

Wird Kaiser's Tengelmann zwischen Rewe und Edeka aufgeteilt?

Supermarkt-Deal: Wird Kaiser's Tengelmann zwischen Rewe und Edeka aufgeteilt?

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MülheimLetzte Frist für Kaiser's Tengelmann: Eigentümer Karl-Erivan Haub hat die Pläne zur Zerschlagung der verlustreichen Supermarktkette für zwei Wochen ausgesetzt. In dieser Zeit wollen Tengelmann, Edeka, Rewe und die Gewerkschaft Verdi einen letzten Versuch unternehmen, doch noch eine einvernehmliche Lösung zu finden. Scheitern die Verhandlungen, will Haub sofort mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen. Dies könnte dann das Aus für Tausende von Arbeitsplätzen bedeuten.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel begrüßte die Entscheidung Haubs. „Das, finde ich, ist eine große Chance“, sagte der SPD-Chef am Freitag in Berlin. Er freue sich, dass der Tengelmann-Aufsichtsrat den zuvor drohenden Beschluss zur Zerschlagung des Unternehmens nicht gefasst habe. Die Beschäftigten könnten so noch einmal hoffen, dass sich die beteiligten Unternehmen in den nächsten ein bis zwei Wochen verständigen.

Eigentlich sollte der Ausverkauf der Supermarktkette nach Haubs Worten bereits in der kommenden Woche beginnen, weil sich die Lage des Unternehmens zunehmend verschlechtert. Der Kaufvertrag mit Edeka sollte aufgekündigt werden, und die ersten Angebote für die Filialen in der Vertriebsregion Nordrhein sollten eingeholt werden. Dies sei jetzt erst einmal ausgesetzt, sagte Haub - ebenso wie die für einen solchen Schritt erforderlichen Sozialplan-Verhandlungen.

Krisengipfel zum Verkauf der Supermarktkette: Wird Kaiser’s Tengelmann jetzt zerschlagen?

Krisengipfel zum Verkauf der Supermarktkette

Wird Kaiser’s Tengelmann jetzt zerschlagen?

Am Abend treffen sich die Chefs von Edeka, Tengelmann und Rewe. Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft der Kette Kaiser’s Tengelmann – und Tausende Jobs. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Gipfeltreffen.

Grund für den Meinungswandel sind die Fortschritte, die am Donnerstagabend bei einem Krisengipfel von Haub, Edeka-Chef Markus Mosa, Rewe-Chef Alain Caparros und dem Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske erzielt wurden. Bei dem Treffen war überraschend Bewegung in die seit Monaten verhärteten Fronten gekommen. Die Handelschefs verständigten sich, zeitnah eine „tragfähige, gemeinsame Lösung“ für die angeschlagene Supermarktkette zu finden - im Interesse aller Beteiligten und der Beschäftigten.

„Ich bin dankbar, dass der „Runde Tisch“ zustande gekommen ist, und hoffe, dass noch eine Lösung im Sinne unserer Mitarbeiter gefunden werden kann“, sagte Haub. Er fügte allerdings auch warnend hinzu: „Sollten die Bemühungen um eine Umsetzung der Ministererlaubnis jedoch erfolglos sein, wird der Vertrag mit Edeka enden, und wir werden in die Einzelverwertung gehen.“ Zu diesem Zeitpunkt werde sich die Inhaberfamilie auch aus dem Aufsichtsratsgremium von Kaiser's Tengelmann zurückziehen, kündigte er an.

Haub betonte, die Lage verschlechtere sich durch die nun seit fast zwei Jahren andauernde Hängepartie immer mehr: „Kundenzahlen und Umsätze sinken, und das Geschäft bricht zunehmend weg.“ Die Folge sei ein dramatischer Anstieg der monatlichen Verluste und die Verschlechterung der Unternehmenssubstanz. Kaiser's Tengelmann habe deshalb nicht die Zeit, eine Klärung der umstrittenen Fragen auf dem Rechtsweg abzuwarten.

Bei den Beschäftigten keimte Hoffnung auf eine Rettung in letzter Minute auf. Der Berliner Betriebsratsvorsitzende Volker Bohne sagte, er setze nach wie vor auf eine Komplettübernahme des Konzerns durch Edeka, „weil es die einzige Möglichkeit ist, alle Arbeitsplätze zu erhalten“.

Branchenprimus Edeka sowie Kaiser's Tengelmann hatten die Fusion vor etwa zwei Jahren beschlossen. Doch das Bundeskartellamt legte sein Veto ein, weil es Wettbewerbsbehinderungen und Preiserhöhungen befürchtete. Zwar hebelte Gabriel das Zusammenschluss-Verbot über eine sogenannte Ministererlaubnis aus. Doch gelang es Rewe und Markant mit einer Klage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, die Umsetzung dieser Ausnahmegenehmigung vorläufig zu stoppen.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Wolfgang Trantow

23.09.2016, 15:00 Uhr

Warum macht man die Führungsspitze nicht für die Verluste und Fehler verantwortlich? Warum müssen Sie für die Fehler nicht persönlich haften ( Im Vertrag steht doch: Zum Wohl der Firma arbeiten) und nur die Mitarbeiter müssen leiden? Wofür haben für Führungskräfte Boni, Prämien usw. erhalten?

Herr Ulrich Groeschel

23.09.2016, 15:25 Uhr

Ich gehe mal davon aus, dass Erivan Haub bei dem Gespräch mit den anderen Handelsketten gestern gesagt hat wie er sich eine Lösung vorstellt.

Account gelöscht!

23.09.2016, 16:06 Uhr

KAISER'S TENGELMANN
Haub gibt Supermärkten noch eine Gnadenfrist
Datum:
23.09.2016 14:05 UhrUpdate: 23.09.2016, 15:16 Uhr
Die Zerschlagungspläne für Kaiser's Tengelmann sind nach dem Krisengespräch zunächst gestoppt. Eigentümer Karl-Erivan Haub gibt der angeschlagenen Supermarktkette noch eine Frist von zwei Wochen für eine Lösung.

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Man kann nicht oft genug schreiben...In EUROPA FEHLEN KLUGE KÖPFE !!!

Strategien gelten nicht nur für kriege sondern auch für die Marktwirtschaft...und wenn man so viele Filiale geschlossen hat von Tengelmann...wo doch Discounter genau wissen dass die Einnahmen der einer Filiale die weniger Erträge der andere Filialen ausgleichen müssen...da fragt man sich welchen Wunder man an Tengelmann abverlangt !!!

:-))))

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