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14.10.2016

19:42 Uhr

Kaiser's Tengelmann

Kann ein Schlichter die Rettung bringen?

Der Schock bei den Tengelmann-Beschäftigten ist nach dem Abbruch der Krisengespräche groß. Wirtschaftsminister Gabriel schlägt ein Schlichtungsverfahren vor. Für Rewe-Chef Caparros wäre Gabriel selbst ein Kandidat.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will einen Schlichter, um Kaiser's Tengelmann zu retten. Rewe-Chef Alain Caparros will den Vize-Kanzler als Mediator. dpa

Er soll schlichten

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will einen Schlichter, um Kaiser's Tengelmann zu retten. Rewe-Chef Alain Caparros will den Vize-Kanzler als Mediator.

KölnAngesichts der drohenden Zerschlagung der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ein Schlichtungsverfahren ins Gespräch gebracht. „Ich finde, man muss auch noch einmal die Idee erörtern, ob nicht ein Schlichter helfen kann“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und er seien „sehr erschrocken“ über das drohende Scheitern der Beratungen gewesen. Rewe-Chef Alain Caparros schlug seinerseits Gabriel als Schlichter vor. Der Kölner Handelsriese hatte gemeinsam mit Norma und Markant die Ministererlaubnis von Gabriel zur Übernahme von Tengelmann durch Edeka vor Gericht gestoppt. Der Wirtschaftsminister hatte seinerseits zuvor ein Veto des Bundeskartellamts ausgehebelt.

Der Mediator müsse Autorität haben und neutral sein, sagte Caparros am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Am besten wäre es, wenn Herr Gabriel es selbst macht. Damit man endlich am Verhandlungstisch merkt, wer es ernst meint und wer nicht sauber spielt.“ Ähnlich äußerte sich Caparros im „Tagesspiegel“ (Samstag). Trotz der für gescheitert erklärten Gespräche über die Zukunft von Kaiser's Tengelmann mit mehr als 15.000 Mitarbeitern gibt es Hoffnungen auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Eine Verdi-Sprecherin sagte, derzeit liefen noch Kontakte zwischen der Gewerkschaft und den Beteiligten, in erster Linie den konkurrierenden Lebensmittelketten Edeka und Rewe.

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„Wir gehen noch nicht davon aus, dass die Gespräche zu Ende sind“, sagte die Sprecherin. Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger kritisierte das am Donnerstagabend überraschend bekanntgegebene Aus für die in den vergangenen Wochen intensiv geführten Verhandlungen. Gabriel appellierte - „auch in Absprache mit der Kanzlerin Angela Merkel“ – an alle Seiten, einen Einigungsversuch zu starten.

Dennoch laufen die Vorbereitungen für eine Zerschlagung des hoch verschuldeten Unternehmens. Die Liste der zunächst zur „Verwertung“ anstehenden Filialen werde voraussichtlich in der kommenden Woche an die Interessenten verschickt, damit diese ihre Gebote vorlegen könnten, sagte eine Tengelmann-Sprecherin am Freitag. Noch bleibe jedoch Zeit für Rewe, Norma und Markant, ihre Beschwerde gegen die geplante Übernahme von Tengelmann durch Edeka beim Oberlandesgericht Düsseldorf zurückzunehmen, sagte sie. Ein von Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub angesprochenes Zeitfenster dazu bleibe bis zur Auflösung des Vertrags über eine Übernahme durch Edeka bestehen. Zur Frage wie lange ein solcher Schritt in Anspruch nehmen könnte, wollte die Sprecherin keine Stellung nehmen.

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