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02.12.2016

11:13 Uhr

Kaiser's Tengelmann

Rewe und Edeka einig – Vertrag der Handelsriesen steht

Ist das der Schlussstrich unter einen Verhandlungsmarathon? Rewe und Edeka sind sich bei der Übernahme von Kaiser's Tengelmann einig. Der Vertrag steht – jetzt ist erneut Wirtschaftsminister Gabriel am Zug.

Der Vertrag der Handelsriesen Edeka und Rewe zur Übernahme der Supermarktkette steht. AFP; Files; Francois Guillot

Filiale von Kaiser's Tengelmann

Der Vertrag der Handelsriesen Edeka und Rewe zur Übernahme der Supermarktkette steht.

KölnRewe und Edeka haben in ihren Gesprächen über die Zukunft der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann mit über 15.000 Beschäftigten eine Einigung erzielt. Die beiden Unternehmen hätten ihre Verhandlungen über den Kaufvertrag für Kaiser's Tengelmann abgeschlossen, teilten Edeka und Rewe am Freitag mit.

Die Dokumente sollen noch im Laufe des Tages dem Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt werden. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel muss dann prüfen, ob die Auflagen seiner Ministererlaubnis erfüllt sind, die die Stellen bei Kaiser's Tengelmann sichern soll.

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Auch das Bundeskartellamt muss noch zustimmen. Dort hat Rewe bereits die Übernahme von 67 Kaiser's-Tengelmann-Filialen zur Prüfung angemeldet. Die Mitarbeiter der gebeutelten Supermarktkette können nun hoffen, Weihnachten ohne Angst um ihren Arbeitsplatz feiern zu können.

Rewe und Edeka sind zudem einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur Aufteilung von Kaiser's Tengelmann vorangekommen. Die Gewerkschaften Verdi und NGG hätten grünes Licht für eine Weitergabe von Kaiser's-Tengelmann-Märkten an Rewe gegeben, hieß es weiter. Damit sei auch von Arbeitnehmerseite der Weg frei.

Tengelmann, Edeka und Rewe hatten sich in einem von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geleiteten Schlichtungsverfahren auf Eckpunkte eines Kompromisses geeinigt. Im Mittelpunkt stand die Aufteilung des Kaiser's-Tengelmann-Geschäfts in Berlin. Damit sollen Rewes Einwände vom Tisch, Marktführer Edeka würde durch die Tengelmann-Übernahme in Berlin zu stark. Doch erwies sich das Aushandeln der Details als zäher Prozess.

Edeka und Rewe haben sich auf ein komplexes Vertragswerk verständigt, das die Zukunft von Kaiser's Tengelmann regelt und die Auflagen von Gabriels Ministererlaubnis sichert. Danach fällt Kaiser's Tengelmann zunächst an Edeka, die Hamburger reichen dann Filialen – vor allem in Berlin – an Rewe weiter. Die Kölner sollen im Gegenzug eine Beschwerde gegen die Ministererlaubnis vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf zurückziehen. Damit ist der Weg zur Sicherung der Arbeitsplätze frei.

Tengelmann-Chef Karl Erivan Haub wollte Kaiser's Tengelmann eigentlich als Ganzes an den Branchenprimus Edeka veräußern. Vor mehr als zwei Jahren hatte er die Transaktion besiegelt, Konkurrent Rewe hatte das Nachsehen. Das Bundeskartellamt legte sein Veto gegen die Pläne ein, doch Wirtschaftsminister Gabriel überstimmte die Wettbewerbshüter mit seiner Sondererlaubnis. Das Oberlandesgericht Düsseldorf wiederum legte diese Ministererlaubnis nach einer Klage von Rewe auf Eis. Die Einigung zwischen Rewe und Edeka macht die Klage nun überflüssig. Besiegeln sie alle Seiten, ist die Klage vom Tisch.

Kommentare (1)

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Frau Lana Ebsel

02.12.2016, 12:24 Uhr

Gestern bei Maybrit Illner war Gabriel auch am Zug, als er auf die Frage nach seiner Kanzlerkanditatur im Eifer geantwortet hat: "Wir können ja verabreden, dass kurz bevor ich das sage, sie mich wieder einladen."

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