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14.09.2016

20:20 Uhr

Kaiser's Tengelmann und Edeka

Minister schaltet sich in Tengelmann-Streit ein

Das lange Tauziehen um die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka scheint bald ein Ende zu haben: Denn der Supermarktkette droht die Zerschlagung. Bei einem Spitzentreffen soll die nun verhindert werden.

Kaiser's Tengelmann

IT-Abteilung fast lahmgelegt und Mitarbeiter ohne Zuversicht

Kaiser's Tengelmann: IT-Abteilung fast lahmgelegt und Mitarbeiter ohne Zuversicht

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DüsseldorfBei der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann gibt es Insidern zufolge Versuche, mit einem Spitzentreffen von Branchenvertretern eine drohende Zerschlagung zu verhindern. Die Gewerkschaft Verdi sondiere Möglichkeiten, Vertreter von Tengelmann, Edeka und Konkurrent Rewe an einen Tisch zu bringen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte wegen des langen Tauziehens um die Fusion von Kaiser's Tengelmann mit dem Branchenprimus Edeka mehrfach mit einem Aus für seine defizitäre Supermarktkette mit rund 16.000 Beschäftigten gedroht.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte den Vorstoß. „Für mich hat das Interesse an Arbeitsplätzen und Arbeitnehmerrechten immer Vorrang. Jeder Versuch, die Unsicherheit für die Beschäftigten zu beenden und Arbeitsplätze zu sichern, ist zu begrüßen“, sagte Gabriel der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag).

„Wenn jetzt die konkurrierenden Unternehmen zu den konstruktiven Gesprächen bereit sind, die sie vor dem Fusionsverfahren noch verweigert haben, wäre das ein großer Fortschritt“, sagte Gabriel der „WAZ“ weiter. Es sei „unternehmerische Verantwortung“, den 16.000 Arbeitnehmern von Kaiser's Tengelmann auch künftig einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten.

Der Supermarktkette droht die Zerschlagung. Ein Treffen von Branchenvertretern soll nun eine Lösung suchen. dpa

Kaiser's Tengelmann

Der Supermarktkette droht die Zerschlagung. Ein Treffen von Branchenvertretern soll nun eine Lösung suchen.

Auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin schaltet sich ein. Der SPD-Politiker habe „ein hohes Interesse daran, dass die Hängepartie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kaiser‘s/Tengelmann endet und die Arbeitsplätze erhalten bleiben“, sagte Duin dem Handelsblatt. „Deshalb ist es gut, wenn sich die beteiligten Unternehmen an einen Tisch setzen und gemeinsam nach einer Lösung suchen", sagte Duin mit Blick auf das Spitzentreffen.

Für den 23. September ist bei Kaiser's Tengelmann eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung anberaumt. „Es ist mächtig Druck auf dem Kessel“, sagte ein weiterer Insider. Arbeitnehmer befürchten das Aus für Kaiser's Tengelmann und den Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen.

Verdi-Chef Frank Bsirske und die für das Handel zuständige Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger wollten deswegen versuchen, mit einem runden Tisch der Handelsriesen wieder Bewegung in die festgefahrene Lage zu bringen. Auch Konkurrent Rewe, der sich vergeblich um Kaiser's Tengelmann bemüht hatte, solle einbezogen werden. Aus Kreisen von Rewe war jedoch zu hören, dass mit dem Unternehmen über diese Pläne bisher nicht gesprochen wurde.

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