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05.04.2006

12:30 Uhr

Kampfansage an Hermes

Post senkt Päckchen-Preise deutlich

Mit einer Senkung der Preise für Päckchen innerhalb Deutschlands um zehn Prozent sagt Post-Chef Klaus Zumwinkel den Rivalen Hermes und GLS bereits den Kampf an. Der Ex-Monopolist will aber auch bei der angekündigten Senkung der Paketpreise für Privatkunden nicht kleckern, sondern klotzen.

Ein Post-Mitarbeiter stapelt in einer Filiale Pakete und Päckchen. Foto: dpa

Ein Post-Mitarbeiter stapelt in einer Filiale Pakete und Päckchen. Foto: dpa

HB/agr DÜSSELDORF. Ein Päckchen solle ab dem 4. Mai statt 4,30 Euro nur noch 3,90 Euro kosten, teilte die zuständige Post-Tochter DHL am Mittwoch mit. Auch das Pluspäckchen (Verpackung und Porto in einem) bis 20 Kilogramm wird in Deutschland mit 5,99 Euro (bisher 6,20 Euro) günstiger. Die Päckchenpreise für den internationalen Versand bleiben unverändert. Der Konzern erwarte, dass die Maßnahmen mittel- und langfristig positive Auswirkungen auf Umsatz und Ertrag haben würden, sagte ein Sprecher.

Mit den niedrigeren Preisen reagiert die Post auf die Wettbewerber Hermes und GLS. Insbesondere Hermes, Tochter des Versandhändlers Otto, hatte der Post mit Billigangeboten zuletzt erfolgreich Marktanteile bei den Privatkunden abgejagt. Nun steigt die Post in das billigste Angebot von Hermes ein.

Der Konzern erwäge zudem Preissenkungen auch in anderen Bereichen, fügte der Post-Sprecher hinzu. Zumwinkel hat gegenüber dem Handelsblatt bereits angekündigt, auch die Preise für die schwereren Pakete zu senken: „Wir wollen den privaten Kunden attraktivere Produkte zu günstigeren Preisen anbieten.“ Doch hüllt sich die Post über ihre konkreten Pläne noch in Schweigen. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, sagte ein Sprecher. Damit werde in den nächsten Wochen gerechnet.

Elmar Müller, Vorstand des Deutschen Verbands für Post- und Telekommunikation (DVPT), sieht Spielraum für eine Preissenkung bei den Paketen von mindestens fünf Prozent. Zur Zeit kostet das billigste Paket innerhalb Deutschlands bei der Post sieben Euro. Laut DVPT wären rund 30 bis 40 Cent weniger möglich. Müller begrüßte die bereits angekündigten Päckchen-Preissenkungen, forderte aber ein noch weiter gehendes Angebot. Neben der Preissenkung müsse das Päckchen künftig auch die Service-Vorteile eines Pakets bieten, wie beispielsweise eine Versicherung oder die Möglichkeit der Nachverfolgung.

Zumwinkel will die Preissenkungen und Serviceverbesserungen für Privatkunden durch eine gesteigerte Profitabilität refinanzieren. Dazu wird das Paketgeschäft von DHL Express in Deutschland reorganisiert. Die Produktions- und Vertriebsregionen werden von 34 beziehungsweise 28 auf jeweils 13 reduziert. Auf der Managementebene werden überzählige Stellen abgebaut. Den Spareffekt bezifferte Zumwinkel auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Von dem Strategiewechsel verspricht sich die Post in diesem Jahr einen Anstieg des operativen Ergebnisses in Deutschland um 27,7 Prozent auf 313 Mill. Euro, wie aus einem internen Strategiepapier unter dem Titel „Trendumkehr“ hervorgeht. Laut Geschäftsbericht war der Umsatz im reinen Paketgeschäft 2005 in Deutschland um 0,7 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro gesunken. Da der Markt gewachsen ist, hat DHL Marktanteile an Konkurrenten verloren.

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