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19.09.2015

12:21 Uhr

Kanadische Kette HBC

Kaufhof-Käufer will niemandem kündigen

Die kanadische Kette HBC hat Kaufhof übernommen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung betont jedoch, dass kein Mitarbeiter um seinen Job bangen müsse: „Wenn es gut läuft, werden wir eher neue Jobs schaffen.“

„Galeria Kaufhof“ in Leipzig: „Es wird vielleicht Verschiebungen zwischen Bereichen geben“ dpa

Nach Übernahme

„Galeria Kaufhof“ in Leipzig: „Es wird vielleicht Verschiebungen zwischen Bereichen geben“

Kaufhof-Mitarbeiter müssen nach der Übernahme durch die kanadische Kette HBC keine Angst um ihren Job haben, sagt ihr Chef. In einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ antwortete der Vorsitzende der Geschäftsführung, Olivier Van den Bossche, auf die Frage, ob die Mitarbeiter jetzt bangen müssten: „Nein, überhaupt nicht. Wir wollen wachsen. Wenn es gut läuft, werden wir eher neue Jobs schaffen.“

Die bereits unter dem bisherigen Eigentümer Metro beschlossenen Warenhaus-Schließungen würden natürlich umgesetzt, sagte der Belgier. Aber der neue Eigentümer habe eine Sozialcharta verabschiedet, in der stehe, dass es keine zusätzlichen Schließungen geben werde – es sei denn, es liefen Mitverträge aus. „Es wird vielleicht Verschiebungen zwischen Bereichen geben“, sagte Van den Bossche. Am Geschäft mit Lebensmitteln wolle man „grundsätzlich festhalten“. In kleineren Häusern müsse man sich aber die Produktivität anschauen.

Kaufhof – ein Warenhaus mit Tradition

Kaufhofs Geschichte

Die Galeria Kaufhof GmbH ist neben Karstadt das älteste und traditionsreichste Warenhaus in Deutschland. 1996 fusionierte das Unternehmen mit dem Handelsriesen Metro.

Ursprung

Den Grundstein des Unternehmens legte der Textilhändler Leonhard Tietz, der 1879 ein Geschäft in Stralsund für Knöpfe, Garne, Stoffe und Wollwaren gegründet hatte.

Aktiengesellschaft

Rund ein Vierteljahrhundert später war er der erste Warenhausbetreiber, der sein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umwandelte.

Zukäufe

Der letzte große Zukauf datiert aus dem Jahr 1994, als Kaufhof den Konkurrenten Horten schluckte. Im Frühjahr 2008 setzte der damalige Vorstandschef Eckhard Cordes die Tochterfirma auf die Verkaufsliste.

Verkaufsgespräche waren eingestellt

Im Januar 2012 stoppte die Metro-Gruppe die Verkaufsgespräche für die Warenhauskette Kaufhof. Die Gespräche mit Interessenten für die Übernahme würden bis auf Weiteres eingestellt. Als Grund gab das Unternehmen die „nicht optimale Situation an den Finanzmärkten“ an. Trotzdem wollte Metro den Konzern gerne loswerden – und sah jetzt dazu die Chance.

Aktuelle Zahlen

Mit gut 3,1 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 ist Galeria Kaufhof die kleinste von vier Metro-Vertriebslinien. Vor Steuern und Zinsen machte Kaufhof im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres ein Plus von 115 Millionen Euro. Vertreten ist das Warenhaus an 119 Standorten in Deutschland und 16 in Belgien.

Die kanadische Handelskette Hudson's Bay Company (HBC) hatte im Juni das Bieterrennen um Kaufhof entschieden. Für 2,8 Milliarden Euro verkaufte Metro seine Tochter an den Konzern und ließ Karstadt-Eigner René Benko damit leer ausgehen. Bereits damals hatte der HBC-Spitzenmanager Richard Baker versichert, man wolle die Zahl der Mitarbeiter eher erhöhen als verringern.

Von

dpa

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