Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.03.2011

09:01 Uhr

Kapitalerhöhung

Gute Kunde für die Commerzbank-Aktionäre

VonChristian Panster

Die Commerzbank will ihr Kapital erhöhen uns sorgt damit bei den Investoren für Angst vor einer Verwässerung ihrer Anteile. Trotz Kursfall der Aktie - langfristig wird das Vorhaben dem Geldhaus helfen.

Kapitalerhöhungen kommen an der Börse normalerweise gar nicht gut an. Investoren fürchten, dass ihre Anteile verwässert werden. Die Commerzbank ist ein gutes Beispiel dafür. Die Papiere des Frankfurter Kreditinstituts verloren am Dienstag zeitweise mehr als vier Prozent – und waren am Nachmittag der größte Verlierer im Dax. In Kreisen heißt es, die Commerzbank werde frisches Geld einsammeln bei ihren Anteilseignern.

Für die Aktie ist das eine gute Nachricht, auch wenn es zunächst nicht danach ausschaut. Nichts hassen Aktionäre mehr als die Ungewissheit. Seit Monaten wurde auf dem Parkett über eine bevorstehende Kapitalerhöhung spekuliert, der Kurs litt darunter. Am Dienstag wurden in Frankfurt knapp 5,60 Euro je Anteilsschein gezahlt. Immer wenn der Kurs zuletzt über die Marke von sechs Euro kletterte, fiel er bald wieder zurück.

Im Geschäftsbericht schreibt Bankchef Martin Blessing, dass es der Anspruch der Commerzbank sei, die Staatshilfen so schnell wie möglich zurückzuzahlen. „In aufnahmebereiten Märkten“ könne die Commerzbank dazu auch Eigenkapital aufnehmen. So weit die offizielle Sprachregelung. Die Commerzbank wird aber nicht nur können, sie wird es müssen. Gut 16 Milliarden Euro von Vater Staat sind kein Pappenstiel. Ohne das Geld der Aktionäre wird sie die Hilfen nicht so schnell zurückzahlen können. Je eher sie das tut, desto besser ist es letztlich auch für die Aktionäre. Daran müsste Blessing, nebenbei gesagt, auch persönlich gelegen sein. Denn solange der Bund nicht ausbezahlt ist, bekommt der Bankchef nur 500.000 Euro für seine Dienste.

Wichtiger ist freilich, dass die Bank sich strategisch freischwimmen muss. Denn sie steckt in einem Teufelskreis: Solange sie zu eng am Staat klebt, ist sie für private Investoren wenig reizvoll, aber ohne privates Kapital kommt sie auch nicht los vom Staat. Daher gilt es, einmal mit einem großen Schlag aus diesem Kreis auszubrechen, auch wenn das den Kurs kurzfristig unter Druck setzt.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×