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24.04.2014

17:17 Uhr

Karstadt-Chefin

Sjöstedt sieht dreistellige Millionen-Verbesserung

ExklusivKarstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt will das Traditionswarenhaus profitabler machen. Indes rechnet sie mit einer Verbesserung der Konzernzahlen in dreistelliger Millionenhöhe. Das Ziel ist jedoch noch nicht erreicht.

Die Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjölstedt hat ein Ziel: „Karstadt als Ganzes profitabel zu machen.“ dpa

Die Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjölstedt hat ein Ziel: „Karstadt als Ganzes profitabel zu machen.“

DüsseldorfDie neue Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjösted rechnet mit kurzfristigen Verbesserungen in dreistelliger Millionenhöhe in der Bilanz des Warenhauskonzerns. Das kündigt sie in einem Mitarbeiter-Brief, aus dem das Handelsblatt in der Freitagausgabe zitiert.

Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2013/14 (30. September) würden demnach etwa 70 Millionen Euro weniger in Warenlagern gebunden sein. Zudem könnten bis zu 53 Millionen Euro an Abschriften durch Preisreduzierungen vermieden werden: „In der Vergangenheit haben wir, um schnell Umsatz zu generieren, teilweise neu eingegangene Ware von Anfang an preisreduziert verkauft und durch eine Reihe sehr arbeitsintensiver Abschriften unsere Marge unnötig belastet“, heißt es in dem Brief. Darüber hinaus könne Karstadt bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 30 bis 40 Millionen Euro „kurzfristiges Einsparpotenzial“ realisieren.

Karstadts Krisen-Chronik (Teil 1)

Keine Wende

Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

1. September 2009

Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember

Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010

Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

1. Juni

Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

7. Juni

Die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holding erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni

Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August

Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September

Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September

Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

Im ersten Monat ihrer Amtszeit sei die Marge bereits um 2,9 Prozentpunkte gestiegen, teilte Sjösted mit – ohne eine konkrete Zahl zu nennen. „Bei der Profitabilität werden wir nicht von heute auf morgen die Entwicklung der letzten Jahre umdrehen können“, warnte sie. Inzwischen habe Karstadt in den ersten fünf Filialen die Mitarbeiter nach Ideen befragt, um das Sortiment umzugestalten. 1.200 Vorschläge seien so zusammengekommen.

Von

cuk

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