Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.05.2015

13:56 Uhr

Karstadt

Das Ende für fünf Filialen

„Keine Zukunftsperspektive“: Fünf Karstadt-Filialen schließen, unter anderem in Recklinghausen und Bottrop. Der Konzern befindet sich tief in der Sanierung – es könnte bald einen weiteren Shop treffen.

Sanierungsfall Karstadt

Diese Filialen werden geschlossen

Sanierungsfall Karstadt: Diese Filialen werden geschlossen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

EssenDie Kaufhauskette Karstadt macht im Jahr 2016 fünf weitere Filialen dicht. Der Aufsichtsrat habe auf einer außerordentlichen Sitzung am Dienstag die Schließung der Standorte in Recklinghausen, Bottrop, Dessau, Neumünster und Mönchengladbach-Rheydt beschlossen, teilte das Unternehmen in Essen mit. Für diese Filialen gebe es „keine Zukunftsperspektive“. Das Handelsblatt hatte bereits am Montag über diese Entwicklung berichtet.

Umsatz und Ergebnis hätten sich dort „seit Jahren“ negativ entwickelt. Karstadt beklagte zudem „steigenden Wettbewerbsdruck durch teils innerstädtische Einkaufscenter“ und eine negative Bevölkerungs- und Kaufkraftentwicklung der Städte. „In den meisten Fällen stehen dem keine Initiativen der Städte oder Wirtschaftsförderungsgesellschaften zur Verbesserung des innerstädtischen Handels gegenüber“, bemängelte die Kaufhauskette.

Karstadts Krisen-Chronik

Lange Leidensgeschichte

Die Krisengeschichte der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt ist lang, 2009 begann das Insolvenzverfahren. Eine Übersicht über sechs Jahre Überlebenskampf.

1. September 2009

Nach Jahren des Überlebenskampfes wird für die Karstadt Warenhaus GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet.

7. Juni 2010

Die Berggruen Holding des Privatinvestors Nicolas Berggruen bekommt den Zuschlag zur Übernahme.

20. September 2010

Das Amtsgericht Essen hebt das Insolvenzverfahren auf. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro, die Belegschaft auf 150 Millionen Euro.

23. November 2010

Der frühere Woolworth-Manager Andrew Jennings wird zum neuen Karstadt-Chef bestellt und beginnt Anfang Januar 2011.

6. Juli 2011

Jennings legt das Konzept „Karstadt 2015“ vor: Modernisierung der Warenhäuser, stärkeres Online-Geschäft und Expansion der Sporthäuser sind der Kern.

16. Juli 2012

Karstadt kündigt die Streichung von 2000 Stellen an.

13. April 2013

Karstadt kündigt eine „Tarifpause“ für die Beschäftigten an. Die Belegschaft protestiert.

16. September 2013

75,1 Prozent der Premium-Kaufhäuser und der Sporthäuser gehen an den Karstadt-Vermieter Signa. Dafür sollen die Österreicher 300 Millionen Euro in die Modernisierung investieren.

7. Juli 2014

Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt, die dem Ende 2013 augeschiedenen Jennings folgte, verlässt das Unternehmen wieder. Sie sehe keine Basis mehr für die von ihr angestrebten Sanierung, sagt die Ex-Ikea-Managerin.

15. August 2014

Berggruen verkauft die Karstadt Warenhaus GmbH für einen Euro an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko.

23. Oktober 2014

Die Warenhauskette kündigt tiefe Einschnitte an. Sechs Häuser sollen geschlossen werden.

22. Februar 2015

Nach monatelangen Verhandlungen zur Sanierung einigen sich Konzern und Betriebsrat. So wurden Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen vereinbart. Rund 1400 Jobs sollen wegfallen.

2. April 2015

Dank sozialverträglicher Maßnahmen schrumpft die Zahl der Kündigungen auf 960. Außerdem zahlt Karstadt 2,5 Millionen Euro in einen Fonds für die Betroffenen.

10. April 2015

Teileinigung bei den Tarifverhandlungen: KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München kehren in die Tarifbindung zurück. Verhandlungen für die „normalen“ Karstadt-Warenhäuser und die Sporthäuser bleiben ohne Einigung.

12. Mai 2015

Weitere fünf Warenhäuser sollen geschlossen werden.

Die Filialen in Bottrop und Dessau sollen demnach Ende März 2016 schließen. Die Kaufhäuser in Recklinghausen, Neumünster und Mönchengladbach-Rheydt sollen drei Monate später dicht machen. Die Entscheidung zur Schließung sei dem Aufsichtsrat „nicht leicht gefallen“, die Sanierung des Unternehmens sei aber „dringend notwendig“, erklärte Aufsichtsratschef Wolfram Keil. Die kriselnde Warenhauskette befindet sich derzeit in einem Sanierungsprozess. In diesem Jahr sollen sechs Filialen geschlossen werden.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wolfgang Trantow

12.05.2015, 19:42 Uhr

De Laie fragt: Wieso will man Neumünster vernichten???

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×