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Karstadt-Eigner

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Schreckensszenario für Mitarbeiter

Benko bietet nun drei Milliarden Euro für Kaufhof, inklusive der Immobilien. Auf den Häusern lasten gut 1,4 Milliarden Euro Schulden, die vom Kaufpreis abzuziehen wären. Es bliebe ein Betrag von mehr als eine Milliarde Euro übrig. Die Raiffeisen Zentralbank in Österreich hat zugesagt, 700 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die Zusage für die Finanzierung steht unter dem Vorbehalt einer Kreditprüfung, heißt es.

Die US-Kanzlei Skadden und die Beratungsgesellschaft Evercore begleiten die Transaktion. „Die würden sich dafür nicht hergeben, wenn Benko nicht nachgewiesen hätte, dass er den Deal bezahlen kann“, sagt ein Handelsexperte. Aus dem Signa-Umfeld ist zu hören, dass eine Due Dilligence binnen zwei Wochen machbar sei. Vor zwei Jahren, als Signa den Kaufhof schon einmal übernehmen wollte, hätten sie schließlich „alles schon mal geprüft“. Von Signa-Seite ließe sich der Deal bis Weihnachten besiegeln.

Die Deutsche Warenhaus AG ist zum Greifen nah - ein Schreckensszenario für die Mitarbeiter: „Ich rechne damit, dass eine Fusion mindestens jeden vierten der insgesamt rund 36.000 Arbeitsplätze kosten wird“, sagt Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Ein Insider hält die Zahlen für zu hoch gegriffen, räumt aber ein, dass es Sparpotenzial beim Personal gibt.

Die Gewerkschaft DHV lehnt die Signa-Pläne kategorisch ab. Bei einem Zusammenschluss wäre zum Beispiel „nur eine Konzernzentrale notwendig, vom Abbau in der Fläche ganz zu schweigen“, sagt der für Kaufhof zuständige hessische DHV-Landesgeschäftsführer Alexander Henf. Der Verlust an Arbeitsplätzen werde nicht dazu führen, dass ein gemeinsames Unternehmen wettbewerbsfähiger wird. Bei der konkurrierenden Gewerkschaft Verdi hält man sich bedeckt. Die Gewerkschafter verhandeln in Kürze mit HBC-Europa-Chef Wolfgang Link über einen neuen Tarifvertrag, der Einschnitte bei den Gehältern der Beschäftigten vorsieht. Ende November ist ein erstes „Kick-Off-Meeting“ geplant, heißt es im Umfeld der Beteiligten. „Im Februar sollten die Gespräche durch sein.“

Kommentare (1)

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Herr Ferdinand Loeffler

14.11.2017, 17:45 Uhr

Die Dame und die Herren Redakteure müssen doch wissen, dass ein nicht wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen, nicht dadurch witschaftlich wird, dass man es einfach so unwirtschaftlich weiter wirtschaften lässt. Deshalb ist das Dauergejammer um Arbeitsplätze vollkommen fehl am Platz. Die überzähligen Mitarbeiter sind heute schon verkappte Arbeitslose und je länger sie es sind, desto schmerzhafter wird der Einschnitt, wenn das Ende kommt. Karstadt ist auf dem Weg und Kaufhof mag sich dem anschließen. Ansonsten droht zunächst ein Schrecken ohne Ende, der aber doch schrecklich enden würde. Wer hat hier Fragen und welches Interesse diese zu stellen?

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