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16.09.2013

18:17 Uhr

Karstadt-Gesellschaften

Berggruen verkauft KaDeWe und Co.

VonTobias Döring

Paukenschlag bei Karstadt: Der Milliardär und Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen verkauft zwei Filetstücke des angeschlagenen Warenhausriesen. Sie gehen an den Investor Rene Benko. Das Geld soll in die Kaufhäuser fließen.

Ausverkauf

Karstadt-Eigner Berggruen verkauft die Luxuskaufhäuser

Ausverkauf: Karstadt-Eigner Berggruen verkauft die Luxuskaufhäuser

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Essen/DüsseldorfMilliardär und Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen verkauft die wertvollsten Unternehmensteile der Warenhauskette. Die Berggruen-Holding trennt sich von je 75,1 Prozent der Anteile an Karstadt-Premium, das die Luxuskaufhäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München betreibt, und von Karstadt-Sport (insgesamt 28 Geschäfte). Käufer ist der österreichische Investor Rene Benko.

Die drei Premiumkaufhäuser heißen nicht nur so, bei ihnen soll das Geschäft auch deutlich besser laufen als beim Rest der Gruppe. Für den Verkauf der Anteile zahle Benko 300 Millionen Euro, teilte die Berggruen-Holding am Montag mit. Das Geld werde ausschließlich in die Standorte und die Modernisierung von Karstadt investiert. „Es fließt kein Kaufpreis an Berggruen Holdings.“ Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Karstadts Krisen-Chronik (Teil 1)

Keine Wende

Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

1. September 2009

Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember

Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010

Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

1. Juni

Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

7. Juni

Die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holding erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni

Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August

Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September

Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September

Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

Das Kerngeschäft mit 83 Warenhäusern bleibe zu 100 Prozent bei Berggruen, der zudem 24,9 Prozent an den Premiumhäusern und Karstadt-Sport behält. Benkos Gesellschaft Signa sei bereits der mit Abstand größte Vermieter von Karstadt-Immobilien. Zuletzt habe Benko auch das Alsterhaus für gut 100 Millionen Euro vom Versorgungswerk der Ärztekammer Berlin erworben, berichtet das „Manager Magazin“. Damit besitze er die Immobilien der Premium-Häuser vollständig.

Berggruen bezeichnete das Geschäft in einer Mitteilung als „Beitrag zur weiteren Gesundung des Unternehmens“ und als „klares Bekenntnis zum Geschäftsmodell Warenhaus“. In dem Kerngeschäft mit den verbleibenden 83 Warenhäusern sehe er in den nächsten Jahren große Wachstumschancen. Der Geschäftsführer der Signa Holding, Christoph Stadlhuber, bezeichnete das Geschäft als „Meilenstein“ in der Geschichte des Unternehmens.

Der Österreicher hatte bereits bei Metro nach der Tochter Kaufhof vorgefühlt, der Düsseldorfer Handelsriese wollte dann aber doch nicht verkaufen. Zu einem möglichen Interesse an weiteren deutschen Warenhäusern wollte sich ein Signa-Sprecher nicht äußern. Benko ist als Immobilien-Unternehmer erfolgreich in Deutschland und in Österreich unterwegs, hat aber auch Probleme mit der Justiz in seinem Heimatland. Wegen versuchter Beamtenbestechung war er zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Seit August ist dieses Urteil rechtskräftig.

Kommentare (14)

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Beo

16.09.2013, 16:11 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

FrustierterMichel

16.09.2013, 16:38 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Beo

16.09.2013, 17:14 Uhr

Diese Figuren haben auch haeufig ihre eigenen Banken, oder zumindest sehr gute Beziehungen .... Dank der EZB LTRO haben die Jungs noch mal richtig Spielgeld bekommen um Schoppen zu gehen. ....wenn schief geht, naja dafuer gibts ja die Bankenunion - d.h. Steuerzahler zahlt :)) Wahnsinn!

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