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29.05.2017

13:56 Uhr

Karstadt, Kaufhof, KaDeWe

Warenhäuser kämpfen für Sonntags-Öffnung

In den meisten Bundesländern dürfen Geschäfte an vier Sonntagen im Jahr öffnen. Doch den großen Warenhauskonzernen ist das zu wenig. Nun haben sie ein Bündnis zur Freigabe der Öffnungszeiten an Sonntagen geschlossen.

Einzelhandel

Ist bald jeder Sonntag verkaufsoffen?

Einzelhandel: Ist bald jeder Sonntag verkaufsoffen?

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KölnIm Kampf gegen den boomenden Onlinehandel fordern führende deutsche Warenhausunternehmen, sonntags ihre Läden häufiger öffnen zu dürfen. Ziel der Initiative „Selbstbestimmter Sonntag“ sei es, eine anhaltende Diskriminierung des innerstädtischen Einzelhandels zu beenden, sagte Karstadt-Chef Stephan Fanderl am Montag in Köln. Der Sonntag sei einer der wichtigsten Einkaufstage im Onlinehandel. Es müsse nun darum gehen, diese Wettbewerbsverzerrung auf Kosten der stationären Händler zu beenden.

Ob und wie oft Geschäfte sonntags öffnen, entscheiden die Länder. Die Kommunen legen die Termine fest. Während in vielen Bundesländern höchstens vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr erlaubt sind, dürfen Geschäfte in Berlin bis zu zehn Sonntage öffnen. Eine Regelung wie in der Hauptstadt sei „durchaus verfassungsgemäß“, hatte der Chef des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, jüngst in der „Welt am Sonntag“ betont. Nötig sei im Zweifel eine grundsätzliche rechtliche Klärung, gegebenenfalls bis hin zum Bundesverfassungsgericht.

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Einst galten sie als Zukunft des Handels – und zugleich als Schrecken der Innenstädte. Heute kämpfen viele der 500 Einkaufscenter in Deutschland mit Leerstand. Das Buhlen um Kunden wird härter, neue Pläne liegen auf Eis.

An der Initiative sind neben den beiden großen Warenhausunternehmen Karstadt und Kaufhof nach Angaben der Veranstalter auch große Einkaufszentren und andere innerstädtische Händler beteiligt. Weitere Aktionen seien geplant, hieß es.

Kritik kam von der Linken: „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen Ruhephasen an den Wochenenden und das ist mit einer Ladenöffnung an den Sonntagen nicht mehr garantiert“, sagte Parteichef Bernd Riexinger.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Verfahren gegen kommunale Genehmigungen für verkaufsoffene Sonntag geführt, nach eigenen Angaben zumeist mit Erfolg. Verdi verweist auf die geltenden Regeln und den Schutz der Beschäftigten.

„Alle Beteiligten sind mündig genug, um auf freiwilliger Basis selbst zu entscheiden“, sagte hingegen Fanderl. Dabei sei es nicht das Ziel, an jedem Sonntag im Jahr zu öffnen. Längst sei das Einkaufen am Sonntag jedoch Teil der Freizeitgestaltung vieler Menschen. „Wir sitzen hier beim Thema Sonntagsöffnung auf einer Insel“, sagte er. Dabei würden die vorhandenen Möglichkeiten für Sonntagsöffnungen derzeit zunehmend restriktiver ausgelegt. So komme es auch zu Wettbewerbsverzerrungen zwischen einzelnen Kommunen und Bundesländern.

Für den stationären Handel gehe es jedoch darum, seine Standorte im Konkurrenzkampf mit dem Onlinehandel rentabel zu halten. „Wenn wir weiter die Öffnungszeiten eingrenzen, wird das auch Auswirkungen auf die Arbeitsplätze haben“, betonte der Karstadt-Chef. Bereits heute werde mit einem weiteren Ladensterben gerechnet. Dabei gehe es auch darum, gegen eine Verödung der Innenstädte vorzugehen.

Von

dpa

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