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09.06.2015

10:31 Uhr

Karstadt-Luxus-Kaufhaus

KaDeWe geht an thailändische Central Group

Das legendäre Luxus-Kaufhaus KaDeWe wird verkauft. Die Mehrheit an dem Karstadt-Haus geht an die thailändische Central Group. Strategische Entscheidungen sollen aber einstimmig mit Karstadt-Eigner Benko getroffen werden.

Das Berliner Luxus-Kaufhaus KaDeWe geht mehrheitlich an die thailändische Central Group. dpa

Karstadt

Das Berliner Luxus-Kaufhaus KaDeWe geht mehrheitlich an die thailändische Central Group.

DüsseldorfDer österreichische Investor und Karstadt-Eigner Rene Benko gibt die Mehrheit der KaDeWe Group an die thailändische Central Group ab. Deren Tochter, das traditionsreiche italienische Kaufhaus-Unternehmen La Rinascente, übernehme 50,1 Prozent des operativen Geschäftes der drei Luxushäuser, 49,9 Prozent verblieben langfristig bei Benkos Immobilienfiorma Signa Retail, teilte Signa am Dienstag mit. Für alle wesentlichen strategischen Entscheidungen sei das Prinzip der Einstimmigkeit vereinbart worden.

La Rinascente betreibt 11 Warenhäuser in ganz Italien und erwirtschaftet zusammen mit der 2013 erworbenen dänischen Kaufhauskette Illum mit 1600 Mitarbeitern rund 600 Millionen Euro. In der KaDeWe Group sind die früheren Karstadt-Luxus-Standorte KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München zusammengefasst.

Karstadts Krisen-Chronik

Lange Leidensgeschichte

Die Krisengeschichte der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt ist lang, 2009 begann das Insolvenzverfahren. Eine Übersicht über sechs Jahre Überlebenskampf.

1. September 2009

Nach Jahren des Überlebenskampfes wird für die Karstadt Warenhaus GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet.

7. Juni 2010

Die Berggruen Holding des Privatinvestors Nicolas Berggruen bekommt den Zuschlag zur Übernahme.

20. September 2010

Das Amtsgericht Essen hebt das Insolvenzverfahren auf. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro, die Belegschaft auf 150 Millionen Euro.

23. November 2010

Der frühere Woolworth-Manager Andrew Jennings wird zum neuen Karstadt-Chef bestellt und beginnt Anfang Januar 2011.

6. Juli 2011

Jennings legt das Konzept „Karstadt 2015“ vor: Modernisierung der Warenhäuser, stärkeres Online-Geschäft und Expansion der Sporthäuser sind der Kern.

16. Juli 2012

Karstadt kündigt die Streichung von 2000 Stellen an.

13. April 2013

Karstadt kündigt eine „Tarifpause“ für die Beschäftigten an. Die Belegschaft protestiert.

16. September 2013

75,1 Prozent der Premium-Kaufhäuser und der Sporthäuser gehen an den Karstadt-Vermieter Signa. Dafür sollen die Österreicher 300 Millionen Euro in die Modernisierung investieren.

7. Juli 2014

Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt, die dem Ende 2013 augeschiedenen Jennings folgte, verlässt das Unternehmen wieder. Sie sehe keine Basis mehr für die von ihr angestrebten Sanierung, sagt die Ex-Ikea-Managerin.

15. August 2014

Berggruen verkauft die Karstadt Warenhaus GmbH für einen Euro an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko.

23. Oktober 2014

Die Warenhauskette kündigt tiefe Einschnitte an. Sechs Häuser sollen geschlossen werden.

22. Februar 2015

Nach monatelangen Verhandlungen zur Sanierung einigen sich Konzern und Betriebsrat. So wurden Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen vereinbart. Rund 1400 Jobs sollen wegfallen.

2. April 2015

Dank sozialverträglicher Maßnahmen schrumpft die Zahl der Kündigungen auf 960. Außerdem zahlt Karstadt 2,5 Millionen Euro in einen Fonds für die Betroffenen.

10. April 2015

Teileinigung bei den Tarifverhandlungen: KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München kehren in die Tarifbindung zurück. Verhandlungen für die „normalen“ Karstadt-Warenhäuser und die Sporthäuser bleiben ohne Einigung.

12. Mai 2015

Weitere fünf Warenhäuser sollen geschlossen werden.

Nach der Karstadt-Übernahme buhlt Rene Benko derzeit um die Metro -Tochter Kaufhof und befindet sich dabei im Bieterrennen mit dem nordamerikanischen Handelskonzern Hudson's Bay.

Von

rtr

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