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05.08.2012

15:00 Uhr

Karstadt-Premiumhäuser

Berggruen dementiert Verkaufsabsichten für KaDeWe

Laut einem Medienbericht soll Karstadt allerdings bereits mit Katar und einem britischen Kaufhaus-Investor in Verhandlungen stehen. Karstadt-Eigner Berggruen soll auch über einen Verkauf der Sporthäuser nachdenken.

Bergab bei Karstadt?

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Frankfurt/EssenDer Warenhauskonzern Karstadt hält weiter an seinen Premiumhäusern wie das KaDeWe in Berlin oder das Oberpollinger in München fest. Es gebe keine Verkaufsabsicht für die Premiumhäuser, sagte ein Sprecher des Karstadt-Eigners Nicolas Berggruen am Sonntag und wies damit einen Bericht des „Spiegel“ zurück. „Das ist alles aus der Luft gegriffen“, sagte er.

Dem Nachrichtenmagazin zufolge soll der Aufsichtsratschef des Unternehmens, Jared Bluestein, derzeit persönlich sowohl mit der Qatar Holding, der Investmentfirma des Emirats Katar, als auch mit dem kanadischen Familienunternehmen George Weston Limited über einen möglichen Verkauf verhandeln. Qatar Holding hatte 2010 das britische Kaufhaus Harrods erworben. George Weston Limited gehören die britische Kaufhäuser Selfridges.

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Zudem werde ein Verkauf der Karstadt-Sporthäuser erwogen. Als Interessent gilt laut „Spiegel“ der zur Otto Group gehörende Sportscheck. Auch dies wies der Berggruen-Sprecher zurück.

Der Milliardär Nicolas Berggruen hatte die Karstadt-Warenhäuser 2010 aus der Insolvenz heraus übernommen und versprochen, den Konzern als Ganzes zu erhalten. Mitte Juli hatte Karstadt-Chef Andrew Jennings bekannt gegeben, bis Ende 2014 etwa 2000 der rund 25.000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Durch die Stellenstreichungen will Jennings den Warenhauskonzern wieder auf Wachstumskurs bringen.

Die größten Einzelhändler der Welt

Platz 10

Best Buy (USA)

Das US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2010 betrug 50,27 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2010 über einen Umsatz von 67,42 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 68 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 77,95 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2010 gigantisch aus.

Platz 6

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2010 setzte der Lebensmittelhändler 82,19 Milliarden Dollar um.

Platz 5

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 89,08 Dollar im Jahr 2010 ebenfalls einen Spitzenplatz.

Platz 4

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit betreiben die Briten 5390 Supermärkte Großbritannien 94,185 4,104 384.389 Einzelhandel Philip Clarke

Platz 3

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Die Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2010 rund 96,4 Milliarden Dollar um.

Platz 2

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit 471.755 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2010 einen Umsatz von 120,3 Milliarden Dollar. Nur ein Einzelhändler setzte mehr um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 421,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2010 um - bei einem Gewinn von 16 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern 2,1 Millionen Angestellte.

Unter den herausfordernden Marktbedingungen der Euro-Krise müsse Karstadt seine Strukturen und Prozesse vereinfachen und damit langfristig auf die passende Größe gebracht werden, hatte es zur Begründung geheißen. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte den Jobabbau scharf. Nicht Stellen müssten gestrichen werden, um Karstadt auf die Höhe der Zeit zu bringen, sondern die Warenhäuser müssten schneller modernisiert werden.

Verkaufspläne für die Premiumhäuser hatte die Unternehmensspitze zuvor auch stets dementiert. Die Zahl der Karstadt-Filialen solle aber unverändert bleiben. Auch ein Teilverkauf sei nicht geplant, hieß es Mitte Juli. Von den 83 Waren- und 26 Sport-Häuser solle nach derzeitigem Stand keines geschlossen werden, sagte ein Unternehmenssprecher Handelsblatt Online. Alle Häuser lieferten „einen positiven Ergebnisbeitrag“.

Kommentare (3)

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leser

05.08.2012, 17:23 Uhr

Berggruen ist Karstadt sowas von scheißegal.
Und das wünscht er zu signalisieren.
hat er ja gemacht jetzt.

sons_of_liberty

05.08.2012, 21:20 Uhr

Liebe Redaktion,

schaut doch bitte einmal genauer hin und berichtet über die anderen tollen, philantrophischen, selbstlosen Projekten des Hr. Berggrün.

Oh, die gibt es garnicht ... ?!

Applegates

06.08.2012, 01:03 Uhr

Die Weichen für einen Absturz des einst glanzvollen Karstadt Warenhauses wurden bereits in der Ära Urban gestellt. In einer mit Ellenbogen taktierenden Führungsriege sollten fantastische Renditen erzielt werden, wie sie einst die ersten NewMedia-Firmen versprachen. Mit der simplen wie einfachen Strategie Personalkostensenkung = Renditeerhöhung (man hätte auch das Licht ausschalten können, um Strom zu sparen), Auslagerung wertvoller Bilanzwerte (Immobilien) und Verbot kreativen Gedankenguts schüttelte der damalige Vorzeigekonzern seine Stärken ab. Nach dem Fehlkauf des damals schon mehr als angeschlagenen "Quelle"-Versandhauses, verzettelten sich spätere Konzernchefs mit Zukäufen a la Starbucks und ließen Lieferanten regelrecht ausbluten, was nicht gerade die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit und dauerhaft günstige Einkaufskonditionen sicherstellt. Geblieben sind tausende von Quadratmetern an Verkaufsflächen ohne Profil, ohne Kreativität, ohne Konzepte und ohne Kundenfreundlichkeit, an denen die acht Buchstaben des Firmengründers pranken. Es wurde in den letzten 10 Jahren schon zuviel Porzellan zerschlagen und das Tafelsilber verscherbelt. Jetzt noch die Kurve zu kriegen wird extrem schwierig und grenzt in meinen Augen an ein Wunder.

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