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29.01.2014

17:03 Uhr

Karstadt

Umsatzrückgang im Weihnachtsgeschäft

Im wichtigen Weihnachtsgeschäft geht der Karstadt-Umsatz auf Talfahrt. Doch für das laufende Geschäftsjahr sollen die Zahlen besser werden – und Ende Februar kommt die neue Chefin. Sie hat Veränderungen angekündigt.

Für Karstadts laufendes Geschäftsjahr 2013/14 sieht die Planung eine „deutliche Ergebnisverbesserung“ vor. Dazu sollen die Kosten gesenkt und das Management der Warenbestände verbessert werden. dpa

Für Karstadts laufendes Geschäftsjahr 2013/14 sieht die Planung eine „deutliche Ergebnisverbesserung“ vor. Dazu sollen die Kosten gesenkt und das Management der Warenbestände verbessert werden.

DüsseldorfDer angeschlagene Warenhausriese Karstadt hat im wichtigen Weihnachtsgeschäft einen Umsatzrückgang verbucht. Die Erlöse der Karstadt Warenhaus GmbH seien im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 um 2,3 Prozent gefallen, heißt es in einem Brief von Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz an die Mitarbeiter. Rechne man das Partnergeschäft mit Konzessionären heraus, summiere sich das Minus sogar auf drei Prozent, heißt es in dem Schreiben weiter. Ein Karstadt-Sprecher bestätigte die Zahlen am Mittwoch auf Anfrage. Auch Konkurrent Metro hatte ein „verhaltenes Weihnachtsgeschäft“ beklagt.

Ein Grund für das Minus sei der Abschied Karstadts aus dem Media-Geschäft - in den Warenhäusern finden sich etwa keine Fernseher oder DVD-Player mehr, hieß es in dem Schreiben weiter. Auch habe Karstadt das warme Wetter zu schaffen gemacht, die Kunden griffen weniger als gewohnt zu Winterkleidung. Im Dezember habe das Mode-Geschäft dann aber über den Werten des Vorjahres gelegen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2013/14 sehe die Planung eine „deutliche Ergebnisverbesserung“ vor, betonte Weitz in dem Schreiben. Dazu sollen die Kosten gesenkt und das Management der Warenbestände verbessert werden, hieß es. Zudem müssten die Online-Aktivitäten besser mit dem Filialgeschäft verknüpft werden.

Karstadts Krisen-Chronik (Teil 1)

Keine Wende

Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

1. September 2009

Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember

Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010

Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

1. Juni

Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

7. Juni

Die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holding erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni

Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August

Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September

Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September

Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

Weitz koordiniert derzeit die Führung der Warenhäuser, bis die neue Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt am 24. Februar ihr Amt antritt. Die ehemalige Ikea-Managerin Sjöstedt hatte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters eingeräumt, dass Karstadt nicht profitabel sei – „und das muss sich schnell ändern“, hatte sie unterstrichen. Vor allem die Online-Aktivitäten des Kaufhof-Konkurrenten will die Schwedin ausbauen.

Ihr Vorgänger Andrew Jennings war zum Jahreswechsel als Karstadt-Chef ausgeschieden. Jennings hatte Karstadt stark auf Mode ausgerichtet. In dem Mitarbeiter-Brief hieß es, das Geschäft mit Kindermode habe im Dezember beim Umsatz ein Plus von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbucht, bei Schuhen seien es 6,6 Prozent gewesen. Der Karstadt-Sprecher bestätigte auch diese Zahlen.

Von

rtr

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