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29.05.2015

09:20 Uhr

Karstadt will es alleine schaffen

„Wir brauchen den Kaufhof nicht zum Überleben“

Medienberichten zufolge sieht sich die angeschlagene Warenhauskette Karstadt auf dem Weg der Besserung. Ein internes Schreiben soll den Mitarbeitern den Rücken stärken. Angewiesen auf Konkurrent Kaufhof sei man nicht.

Karstadt sieht sich auf dem Weg der Besserung. Laut einem internen Schreiben sei man nicht auf eine Fusion mit Kaufhof angewiesen. dpa

Karstadt braucht „den Kaufhof nicht zum überleben“

Karstadt sieht sich auf dem Weg der Besserung. Laut einem internen Schreiben sei man nicht auf eine Fusion mit Kaufhof angewiesen.

FrankfurtDer angeschlagene Einzelhandelskonzern Karstadt sieht Zeitungsberichten zufolge Licht am Ende des Tunnels. Gestärkt durch die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation wolle Karstadt es alleine schaffen. „Wir brauchen den Kaufhof nicht zum Überleben“, zitierte die „WAZ“ aus einem internen Schreiben an die Karstadt-Beschäftigten.

„Wir sind selbst sehr stark und eigenständig.“ Ergebnisverbesserungen seien „deutlich spürbar“ und an April-Geschäftszahlen abzulesen. Die Personal- und Sachkosten seien gesunken, berichtete auch die „Bild“-Zeitung aus der Mitteilung. Die Bargeld-Rücklagen hätten sich um fast 100 Millionen Euro erhöht, die Gewinnmarge sei erstmals seit Langem wieder gestiegen.

Karstadts Krisen-Chronik

Lange Leidensgeschichte

Die Krisengeschichte der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt ist lang, 2009 begann das Insolvenzverfahren. Eine Übersicht über sechs Jahre Überlebenskampf.

1. September 2009

Nach Jahren des Überlebenskampfes wird für die Karstadt Warenhaus GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet.

7. Juni 2010

Die Berggruen Holding des Privatinvestors Nicolas Berggruen bekommt den Zuschlag zur Übernahme.

20. September 2010

Das Amtsgericht Essen hebt das Insolvenzverfahren auf. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro, die Belegschaft auf 150 Millionen Euro.

23. November 2010

Der frühere Woolworth-Manager Andrew Jennings wird zum neuen Karstadt-Chef bestellt und beginnt Anfang Januar 2011.

6. Juli 2011

Jennings legt das Konzept „Karstadt 2015“ vor: Modernisierung der Warenhäuser, stärkeres Online-Geschäft und Expansion der Sporthäuser sind der Kern.

16. Juli 2012

Karstadt kündigt die Streichung von 2000 Stellen an.

13. April 2013

Karstadt kündigt eine „Tarifpause“ für die Beschäftigten an. Die Belegschaft protestiert.

16. September 2013

75,1 Prozent der Premium-Kaufhäuser und der Sporthäuser gehen an den Karstadt-Vermieter Signa. Dafür sollen die Österreicher 300 Millionen Euro in die Modernisierung investieren.

7. Juli 2014

Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt, die dem Ende 2013 augeschiedenen Jennings folgte, verlässt das Unternehmen wieder. Sie sehe keine Basis mehr für die von ihr angestrebten Sanierung, sagt die Ex-Ikea-Managerin.

15. August 2014

Berggruen verkauft die Karstadt Warenhaus GmbH für einen Euro an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko.

23. Oktober 2014

Die Warenhauskette kündigt tiefe Einschnitte an. Sechs Häuser sollen geschlossen werden.

22. Februar 2015

Nach monatelangen Verhandlungen zur Sanierung einigen sich Konzern und Betriebsrat. So wurden Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen vereinbart. Rund 1400 Jobs sollen wegfallen.

2. April 2015

Dank sozialverträglicher Maßnahmen schrumpft die Zahl der Kündigungen auf 960. Außerdem zahlt Karstadt 2,5 Millionen Euro in einen Fonds für die Betroffenen.

10. April 2015

Teileinigung bei den Tarifverhandlungen: KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München kehren in die Tarifbindung zurück. Verhandlungen für die „normalen“ Karstadt-Warenhäuser und die Sporthäuser bleiben ohne Einigung.

12. Mai 2015

Weitere fünf Warenhäuser sollen geschlossen werden.

Karstadt-Chef Stephan Fanderl hatte kürzlich für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr 2014/2015 ein Null-Ergebnis in Aussicht gestellt. Im kommenden Geschäftsjahr müsse Karstadt dann in der Lage sein, wieder Geld zu verdienen.

Karstadt-Eigner Rene Benko bietet Insidern zufolge erneut für die Metro-Tochter Kaufhof.

Von

rtr

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