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05.12.2011

14:56 Uhr

Kartellamt schreitet ein

Wasserversorger sollen Preise senken

Das Bundeskartellamt hat die Berliner Wasserbetriebe wegen überhöhter Preise abgemahnt. Damit geht die Behörde gegen eines der letzten großen Monopole in Deutschland vor. Der Schritt dürfte Signalwirkung haben.

Wasser fließt in Frankfurt am Main aus einem Wasserhahn in ein Glas. ap

Wasser fließt in Frankfurt am Main aus einem Wasserhahn in ein Glas.

DüsseldorfMit einem Schlag gegen den größten deutschen Wasserversorger will das Bundeskartellamt Preissenkungen auf dem von Monopolisten beherrschten Markt durchsetzen. Die Wettbewerbshüter mahnten am Montag die Berliner Wasserbetriebe (BWB) ab. Sie wollen das Unternehmen zu einer deutlichen Preissenkung verdonnern.

Vorläufige Berechnungen hätten ergeben, dass die Wasserpreise in der Hauptstadt in den kommenden drei Jahren gegenüber 2010 um durchschnittlich 19 Prozent gesenkt werden müssten. Für die Kunden bedeute dies in dem Zeitraum eine Entlastung von rund 205 Millionen Euro. Das Unternehmen könne nun dazu Stellung nehmen, ehe das Kartellamt Anfang 2012 entscheide.

Der Beschluss dürfte Signalwirkung haben. Kartellamtschef Andreas Mundt hatte das Vorgehen in Berlin als Pilotverfahren bezeichnet. Zwischen den Tausenden Wasserversorgern in Deutschland gebe es erhebliche Preisdifferenzen. Verbraucherschützer haben Unterschiede von 300 Prozent ausgemacht. Die Kunden sind beim Trink- und Abwasser dem örtlichen Anbieter ausgeliefert - sie haben keine Alternativen. „Die Wasserversorgung ist eines der letzten großen Monopole in Deutschland“, sagte Mundt am Montag.

Das Bundeskartellamt geht seit 2010 dem Verdacht nach, dass die Berliner Wasserbetriebe zu hohe Preise kassieren. Die Wettbewerbshüter haben für ihre Erhebung Betriebe in Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern unter die Lupe genommen. Die Berliner Tarife haben die Marktwächter mit denen in Hamburg, München und Köln verglichen. „Es hat dabei signifikant höhere Erlöse der BWB im Vergleich zu Wasserversorgern der anderen drei Großstädte festgestellt.“

Ein BWB-Sprecher sagte, das Unternehmen werde das rund 180 Seiten dicke Schreiben des Kartellamts prüfen. Bis zum 11. Januar könne der Versorger darauf reagieren. Die Berliner Wasserbetriebe ließen derzeit vor dem Oberverwaltungsgericht Münster prüfen, ob das Bundeskartellrecht überhaupt angewandt werden könne. „Für uns ist das Landesrecht bedeutend.“ In mehreren Verfahren seien die Preise bestätigt worden.

Die Berliner Wasserbetriebe versorgen in der Hauptstadt und dem Umkreis 3,7 Millionen Menschen mit Trinkwasser und bereiten das Abwasser von 3,9 Millionen Menschen auf. Das Unternehmen mit 4500 Beschäftigten gehört zu 50,1 Prozent dem Land Berlin. Je 24,95 Prozent gehören dem Essener Energiekonzern RWE und dem französischen Veolia -Konzern. RWE prüft seit geraumer Zeit einen Verkauf seines Anteil.

Verbraucherschützer dringen seit langem auf eine stärkere Kontrolle des Marktes. Im vergangenen Jahr hatte der Bundesgerichtshofs (BGH) den hessischen Versorger Enwag zu einer Senkung seiner Wasserpreise um 30 Prozent verurteilt. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 6200 Anbieter. Dazu gehören neben großen Versorgern wie den Berliner Wasserbetrieben, dem Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung oder Hamburg Wasser zahlreiche kleine Betriebe, die vergleichsweise wenige Kunden beliefern.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

05.12.2011, 18:01 Uhr

weitere Wasser News in Sachen des Stuttgarter Wasserklau ZV Bodenseewasser-Versorgung - siehe unter: http://state-union.us/seiten/Stuttgart%20Water.htm da gibt es keine Kartellamtkompetenz, die Stuttgarter haben ca. 2 Milliarden Eur an den State Kingdom of Marduk zu bezahlen - denn sie haben kein Wasserentnahmerecht aus dem Bodensee - Winfried Kretschmann, MdL sind der Affäre wissend.

AlexanderIlli

06.12.2011, 19:09 Uhr

An den Berliner Wasserbetrieben (BWB), dem größten Wasserwirtschaftsunternehmen in Deutschland, hält die Veolia Water GmbH gemeinsam mit RWE stille Beteiligungen in Höhe von 49,9 % (nach Wikipedia)

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