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19.01.2017

16:06 Uhr

Kartellklagen

„Schleckerfrauen“ sollen profitieren

Fünf Jahre nach der Pleite der Drogeriekette Schlecker ist noch kein Ende des Insolvenzverfahrens in Sicht. Von Kartellklagen gegen Lieferanten sollen dem Insolvenzverwalter zufolge ehemalige Mitarbeiter profitieren.

Eine Mitarbeiterin der Drogeriekette Schlecker reißt das Firmelogo von der Eingangstür einer Filiale: Das Insolvenzverfahren zieht sich weiter hin. dpa

Schlecker

Eine Mitarbeiterin der Drogeriekette Schlecker reißt das Firmelogo von der Eingangstür einer Filiale: Das Insolvenzverfahren zieht sich weiter hin.

Düsseldorf/UlmEinstige Beschäftigte der vor fünf Jahren pleite gegangenen Drogeriemarktkette Schlecker könnten nach Einschätzung des Insolvenzverwalters von Kartellklagen gegen frühere Lieferanten des Unternehmens profitieren. Schadenersatzzahlungen kämen in erster Linie den rund 27.000 früheren Beschäftigen von Schlecker zugute, sagte Arndt Geiwitz der „Wirtschaftswoche“. Die weitaus meisten von ihnen sind Frauen.

Insgesamt werde das Insolvenzverfahren aber wohl noch vier bis fünf Jahre dauern, sagte Geiwitz. Er hatte kürzlich weitere ehemalige Schlecker-Lieferanten wegen illegaler Preisabsprachen verklagt. „Wir gehen gegen die Beteiligten aus fünf Kartellen gerichtlich vor, darunter sind Hersteller von Kaffee, Süßwaren, Drogerieartikeln und Waschmitteln“, sagte der Insolvenzverwalter.

Die Schlecker-Lieferanten waren von den Wettbewerbsbehörden der illegalen Preisabsprache für schuldig befunden worden. Die Forderungen des Insolvenzverwalters belaufen sich auf 335 Millionen Euro ohne Zinsen.

Stationen der Schlecker-Insolvenz

23. Januar 2012

Schlecker meldet Insolvenz an.

28. März 2012

Das Verfahren wird eröffnet. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hofft noch auf die Rettung von Teilen der Drogeriekette.

27. Juni 2012

Es wird bekannt, dass Anton Schlecker sein Privathaus im Wert von zwei Millionen Euro vor der Insolvenz an seine Frau übertragen hat. Ein zweites Grundstück soll sein Sohn bekommen haben.

18. Juli 2012

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart leitet ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrott gegen Anton Schlecker ein.

19. Juli 2012

Die Schlecker-Gläubiger fordern mehr als eine Milliarde Euro.

30. November 2012

Der österreichische Investor Rudolf Haberleitner will 2013 bis zu 600 ehemalige Schlecker-Filialen mit dem Konzept eines modernen Tante-Emma-Ladens wiederbeleben.

19. März 2013

Gut ein Jahr nach der Pleite zahlt die Familie Schlecker dem Insolvenzverwalter 10,1 Millionen Euro. Hintergrund ist der Streit um übertragenes Vermögen aus dem Unternehmen.

9. April 2013

Haberleitner will einstige Schlecker-Filialen unter dem Namen Dayli wiederbeleben und Testläden in Deutschland eröffnen.

4. Juli 2013

Noch vor dem geplanten Deutschland-Start ist der Schlecker-Nachfolger Dayli pleite.

13. April 2016

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhebt Anklage gegen Anton Schlecker wegen vorsätzlichen Bankrotts.

Sommer 2016

Der Insolvenzverwalter reicht Klage gegen ehemalige Schlecker-Lieferanten ein. Sie sollen Schlecker wegen illegaler Preisabsprachen um viel Geld gebracht haben. Geiwitz will Schadenersatz in Millionenhöhe.

7. Dezember 2016

Es wird bekannt, dass das Landgericht die Anklage zulassen will. Der Schlecker-Prozess beginnt im März 2017.

Firmenpatriarch Anton Schlecker muss sich wegen vorsätzlichen Bankrotts ab 6. März vor Gericht verantworten. Der 72-Jährige soll sein Vermögen auf illegale Weise vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt und Millionen beiseite geschafft haben.

Geiwitz sagte der „Wirtschaftswoche“, Schlecker sei sicherlich „beratungsresistent“ gewesen und habe zu spät auf die Krise seines Unternehmens reagiert. „Aber Herr Schlecker hat sich nicht aus der Verantwortung gestohlen.“ So habe die Familie viel Kapital in die Firma investiert, als es schon bergab ging.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.01.2017, 17:50 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel, Dirnberger,Trautmann....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

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