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25.05.2014

15:52 Uhr

Kaufhaus in der Krise

Karstadt verliert weiter Umsatz

ExklusivDer angeschlagene Warenhausriese Karstadt kommt nicht aus der Krise. Im ersten halben Jahr muss der Handelskonzern weitere Absatzeinbußen verkraften. Immer weniger Kunden kommen in die Filialen.

Karstadt kämpft mit dem Kundenschwund. dpa

Karstadt kämpft mit dem Kundenschwund.

Der Warenhauskonzern Karstadt verliert weiter an Umsatz. Das belegen Zahlen aus einem internen Controlling-Bericht, der dem Handelsblatt (Montagsausgabe) vorliegt. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sank der Umsatz demnach um 3,9 Prozent auf 1,413 Milliarden Euro. Er blieb damit „1,9 Prozent hinter den Erwartungen zurück“, zitiert das Handelsblatt aus dem Bericht.

Der bereinigte operative Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) lag bei 25 Millionen Euro. Das waren nur eine Million Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Gerechnet hatte Karstadt mit 27 Millionen Euro. Unter dem Strich verlor der Essener Warenhauskonzern 34 Millionen Euro nach 35 Millionen Euro im Vorjahr. Ein Karstadt-Sprecher wollte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zu den Zahlen äußern.

Karstadts Krisen-Chronik (Teil 1)

Keine Wende

Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

1. September 2009

Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember

Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010

Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

1. Juni

Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

7. Juni

Die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holding erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni

Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August

Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September

Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September

Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

Seit Ende Februar führt die Schwedin und frühere Ikea-Managerin Eva-Lotta Sjöstedt die 83 Karstadt-Warenhäuser. Unter ihrer Leitung sind im März die Rabattaktionen zurückgegangen. Entsprechend hat sich die Marge in ihrem ersten Monat leicht verbessert.

Doch mit weniger Sonderangeboten und weniger Werbung kämen weniger Kunden in die Häuser, schreibt das Handelsblatt unter Berufung auf den internen Controlling-Bericht. Der Umsatz im Monat März sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,1 Prozent auf 178 Millionen Euro gesunken. Die Karstadt-Controller führten das jedoch zum Teil auch darauf zurück, dass das Ostergeschäft in diesem Jahr erst in den April fiel.

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Kommentare (1)

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26.05.2014, 13:47 Uhr

Verluste? Was macht das Management? Nur Boni kassieren und Personal entlassen, statt die Verluste persönlich zu tragen?

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