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11.06.2015

17:31 Uhr

Kaufhof-Übernahme

Hudson's Bay hat leicht die Nase vorn

Fast drei Milliarden Euro ließe sich Karstadt-Eigner Rene Benko den Ankauf von Konkurrent Kaufhof kosten. Das US-Handelsunternehmen Hudson's Bay bietet ähnlich viel. Jetzt muss sich der Mutterkonzern Metro entscheiden.

Der österreichische Investor und Karstadt-Eigentümer Benko will die Metro-Warenhaustochter Kaufhof übernehmen. Doch der Konkurrenzkonzern Hudson's Bay habe bei den Verhandlungen derzeit die Nase vorn, berichten Insider. dpa

Karstadt und Kaufhof

Der österreichische Investor und Karstadt-Eigentümer Benko will die Metro-Warenhaustochter Kaufhof übernehmen. Doch der Konkurrenzkonzern Hudson's Bay habe bei den Verhandlungen derzeit die Nase vorn, berichten Insider.

DüsseldorfIm Rennen um die Zukunft des Warenhauskonzerns Kaufhof könnte Insidern zufolge bereits in der kommenden Woche eine Entscheidung fallen. Die Gespräche des Handelsriesen Metro mit Karstadt-Eigner Rene Benko und dem nordamerikanischen Handelskonzern Hudson's Bay über den Verkauf seiner Warenhaustochter seien bereits weit fortgeschritten, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Hudson's Bay habe nach derzeitigem Verhandlungsstand die Nase leicht vorn. Es müssten aber noch wichtige Details geklärt werden. Ein Metro-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren. Die Aktien des MDax-Unternehmens lagen zeitweise 1,9 Prozent im Plus.

Der österreichische Immobilieninvestor Benko biete rund 2,9 Milliarden Euro für Kaufhof, hatten Insider Reuters bereits gesagt. Die Offerte von Hudson's Bay bewege sich ebenfalls in dieser Größenordnung. Metro hatte im Mai Verhandlungen über einen Verkauf der Warenhauskette bestätigt. Der Konzern schließe eine Trennung von Kaufhof nicht aus, "wenn ein potenzieller Käufer einen angemessenen Preis, eine solide Finanzierung und ein schlüssiges Zukunftskonzept vorlegt", hatte damals ein Sprecher unterstrichen.

Hudson's Bay: Möglicher Investor will mit Kaufhof wachsen

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Die kanadische Kaufhauskette Hudson’s Bay will in Europa expandieren und hat dazu Kaufhof ins Visier genommen. Der potenzielle Käufer will vor allem in das Online-Geschäft investieren und hat auch Pläne für die Filialen.

Benkos Holding Signa buhlt mit der Ankündigung einer Job- und Standortgarantie um Kaufhof. Die Offerte umfasse entsprechende Garantien, hatte Karstadt-Chef Stephan Fanderl in einem Interview gesagt. Karstadt und Kaufhof sollten unter eine Führung gestellt, Einsparungen in die Ketten investiert werden. Arbeitnehmervertretern zufolge herrscht in den Zentralen von Kaufhof und Karstadt aber Nervosität, da eine Zusammenlegung der beiden in Köln und Essen beheimateten Verwaltungen zu erwarten sei. Auch gebe es in der Kaufhof-Belegschaft Vorbehalte, sagte ein anderer Insider – schließlich befänden sich die traditionellen Karstadt-Warenhäuser etwa anders als Kaufhof nicht in der Tarifbindungen und sparen sich so Tariferhöhungen. Bei Karstadt-Arbeitnehmervertretern würden die Pläne des Eigners dagegen eher positiv gesehen.

Das Kaufhaus des Westens

Fast 100 Jahre...

...ist das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) alt. Es wurde 1907 in Berlin eröffnet. Das Haus direkt am Wittenbergplatz an der Tauentzienstraße, unweit vom Kurfürstendamm (Kudamm). 1905 beauftragte Kommerzienrat Adolf Jandorf den Architekten Johann Emil Schaudt mit dem Bau. Das Warenhaus öffnete dann zwei Jahre später die Tore.

Bis zu 100.000...

... Kunden aus der ganzen Welt kommen in der Weihnachtszeit täglich ins KaDeWe, um auf mehr als 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu shoppen.

Anziehungspunkt Nummer 1...

... ist vor allem die Gourmet-Abteilung in der 6. Etage. Das Luxuskaufhaus ist Konsumtempel, aber auch beliebte Touristenattraktion.

In der Nazizeit...

...wurden die jüdischen Eigentümer, die Kaufmannsfamilie Hermann Tietz, zum Verkauf gezwungen. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Haus nach dem Absturz eines amerikanischen Flugzeugs aus. 1950 wurden die ersten beiden Etagen wiedereröffnet.

Besitzer-Wechsel

2010 hatte US-Investor Nicolas Berggruen... die Karstadt Warenhaus GmbH mit dem KaDeWe übernommen. 2012 gingen die Immobilien an die Signa-Holding des österreichischen Immobilieninvestors René Benko. 2013 erwarb er dann die Mehrheit an den lukrativsten Teilen von Karstadt – den Sporthäusern und den Luxus-Häusern mit dem KaDeWe.

Hudson's Bay plane im Falle einer Kaufhof-Übernahme ebenfalls keine Stellenstreichungen, hatte es im Umfeld des US-kanadischen Konzerns geheißen. Hudson's Bay wolle in die Warenhäuser und das Online-Geschäft von Kaufhof investieren, hatte ein Insider gesagt. Mit Blick auf Kritik, die Nordamerikaner verstünden den deutschen Markt nicht, hieß es, Hudson's Bay werde das Kaufhof-Management nicht austauschen. Zudem habe der Konzern Kaufhof bereits seit Jahren im Auge und könnte die Kette als Sprungbrett für eine weitere Expansion in Europa nutzen.

Metro-Chef Olaf Koch hatte Kaufhof ins Schaufenster gestellt, weil er für das Warenhaus-Konzept unter dem Dach der Metro keine ausreichenden Expansionschancen sieht. Er will den Konzern auf die Media-Saturn-Elektromärkte und das Geschäft mit den Großmärkten konzentrieren. Kaufhof betreibt knapp 140 Waren- und Sporthäuser in Deutschland und Belgien. Im Geschäftsjahr 2013/14 erzielte die Kette einen Umsatz von rund 3,1 Milliarden Euro. Konkurrent Karstadt betreibt noch gut 80 klassische Warenhäuser.

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rtr

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