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26.01.2006

18:55 Uhr

Kaufofferte akzeptiert

P&O gibt PSA grünes Licht

Der britische Hafen- und Fährenbetreiber P&O hat einer Übernahme durch den Konkurrenten PSA International aus Singapur zugestimmt. Mit der umgerechnet mehr als fünf Milliarden Euro teuren Übernahme entstünde die größte Hafengesellschaft der Welt. Doch noch könnte der Rivale Dubai Ports World aus den Vereinigten Arabischen Emiraten PSA einen Strich durch die Rechnung machen.

HB LONDON/DUBAI. Das Board von P&O empfahl am Donnerstag, ein PSA-Angebot von 470 Pence je Aktie anzunehmen. Es trat damit von der zuvor unterstützten Offerte von 443 Pence pro Anteilsschein von Dubai Ports zurück.Wie der Chairman der arabischen Gesellschaft, Sultan Ahmed Bin Sulajem, der Nachrichtenagentur Reuters sagte, beriet diese über eine Reaktion. Von mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr Reuters, Dubai Ports plane einen Gegenschlag, um den Betreiber der Container-Häfen von Tilbury bei London, New York und Vancouver unter seine Kontrolle zu bringen. P&O ist 165 Jahre alt und wurde auf dem Höhepunkt der britischen Seeherrschaft gegründet.

„Das ist der Beginn einer Schlacht“, sagte Analyst John Lawson von Investec Securities. „Die Aktionäre werden letztendlich mehr bekommen.“ Die Aktien von P&O legten an der Londoner Börse 1,4 Prozent auf 513,75 Pence zu. In Erwartung einer Bieterschlacht wurden die Titel in den vergangenen Wochen mit einem Aufschlag zur PSA-Offerte gehandelt. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich der Kurs verdoppelt.

P&O-Chairman John Parker sagte, die Empfehlung des Boards basiere allein auf der Höhe des Angebots, da die meisten Einzelheiten der beiden Offerten ähnlich seien. Analysten und mit der Situation vertraute Personen rechneten mit einem Gegenangebot zwischen 500 und 520 Pence je Aktie aus Dubai. Schifffahrtsexperten zufolge wäre eine P&O-Übernahme von großer strategischer Bedeutung für beide Interessenten. Die Briten betreiben 29 Containerterminals in wichtigen Häfen in Europa, Nordamerika, Australien, Indien, China und anderen Teilen Asiens. Dubai Ports, das für seine Offerte bereits grünes Licht von wichtigen Behörden hatte, will Politiker von negativen Folgen einer PSA-Übernahme für den Wettbewerb zu überzeugen, da PSA enge Verbindungen zu Hutchison Whampoa unterhalte.

Eine Bieterschlacht wäre bereits die zweite große Konfrontation zwischen PSA und Dubai Ports in den zurückliegenden Jahren. Dubai Ports hatte PSA 2004 mit einem Gebot von 1,15 Mrd. Dollar für die Häfen des US-Unternehmens CSX ausgestochen. PSA hatte eine Milliarde Dollar geboten. Sollte Dubai Ports doch noch das Rennen um P&O gewinnen, würde es zum weltweit drittgrößten Hafenbetreiber nach Hutchison und der PSA-Mutter Temasek Holdings. PSA wird von den Banken UBS und Goldman Sachs beraten, während für P&O die Citigroup und für Dubai Ports die Deutsche Bank als Berater tätig sind.

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