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04.03.2013

14:19 Uhr

Kein Chefberater

Bender gibt Pannen-Airport doch einen Korb

Erneuter Rückschlag für den neuen Hauptstadtflughafen: Ex-Fraport-Chef Wilhelm Bender wird nun doch nicht Chefberater in Berlin. Aufsichtsratschef Matthias Platzeck gibt sich zerknirscht.

Nicht nach Berlin: Wilhelm Bender wird doch kein Chefberater des Hauptstadtflughafens. dpa

Nicht nach Berlin: Wilhelm Bender wird doch kein Chefberater des Hauptstadtflughafens.

SchönefeldDer frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, will nach Querelen um seinen Vertrag doch nicht Chefberater am neuen Hauptstadtflughafen werden. Er sehe „keine ausreichende Gewähr dafür, dass seine Tätigkeit für den BER erfolgreich sein kann“, teilte sein Büro in Frankfurt am Main am Montag mit. In der Erklärung ging der 68-Jährige hart ins Gericht mit den Flughafen-Gesellschaftern Berlin, Brandenburg und dem Bund: Vertraulichkeit sei mehrfach gebrochen worden, Verabredungen nicht eingehalten worden.

Bender war in den vergangenen Wochen als Hoffnungsträger für das einstige Vorzeigeprojekt gehandelt worden. Chef des Projekts wollte er zwar nicht werden, wohl aber als Berater zwei Tage pro Woche dem Technikchef Horst Amann zur Seite stehen. In den vergangenen Tagen war unter den Gesellschaftern aber Streit über das Honorar ausgebrochen, Benders Vorstellung wurde kurzfristig abgesagt. Es sickerte durch, dass Bender einen Tagessatz von rund 4000 Euro inklusive Spesen und Reisekosten ausgehandelt hatte.

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„Ich muss diese Entscheidung akzeptieren“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zu dem Rückzug. Bender hob in seiner Erklärung zwar sein gutes Verhältnis zu Platzeck hervor. Als neuen Aufsichtsratschef lässt er den SPD-Politiker nun aber mit leeren Händen dastehen.

Der Aufsichtsrat hatte Flughafenchef Rainer Schwarz im Januar rausgeworfen, nachdem die Eröffnung des Flughafens zum vierten Mal abgesagt werden musste. Noch immer besteht kein Überblick über das Ausmaß der Technikprobleme, Planungsfehler und Baumängel auf der Baustelle in Schönefeld.

„Nichts geht mehr am Flughafen BER“, kommentierte die Berliner Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop. Der Streit zwischen Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Platzeck lähmte den Flughafen. „Jetzt hat Bender schon genug, bevor er überhaupt angefangen hat.“

Der Manager begründete seine Absage auch damit, dass in den vergangenen Tagen deutlich geworden sei, dass die Gesellschafter in wesentlichen Zukunftsfragen des Flughafens unterschiedliche Auffassungen hätten. Ins Detail ging Bender nicht.

Gemeint sein könnte Brandenburgs Kurswechsel beim Nachtflugverbot, das bislang für 0 Uhr bis 5 Uhr geplant ist. Platzecks rot-rote Koalition setzt sich nun unter dem Druck eines Volksbegehrens jedoch für mehr Nachtruhe ein. Die SPD-Fraktionen Berlins und Brandenburgs wollten am Montagnachmittag darüber beraten.

In Schönefeld trafen am Montag Platzeck, Wowereit (SPD) und der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba (CDU), zusammen. Sie bereiten in Ausschüssen des Aufsichtsrats die Sitzung des Kontrollgremiums an diesem Freitag vor, bei der es auch um die Personalfrage gehen dürfte. Gesucht wird für den Flughafen neben dem Chef auch noch ein Bewerber für den neuen Posten des Finanzgeschäftsführers.

Die Starttermine für den Flughafen BER

30. Oktober 2011

Dieser Termin wird 16 Monate zuvor gekippt. Begründung: Neue Sicherheitsvorschriften und die Pleite zweier Planungsfirmen. Tatsächlich ist der Bau schon ein Jahr im Rückstand.

3. Juni 2012

Nur vier Wochen vorher wird der Start abgeblasen. Begründung: Die Brandschutzanlage funktioniere nicht. Tatsächlich ist in dem Neubau noch viel mehr nicht fertig.

17. März 2013

Dieses neue Datum wird nach neuerlicher Verschiebung im Mai 2012 genannt und einen Monat später schon wieder in Zweifel gezogen. Anfang September wird klar: Auch dieser Termin wird nicht zu halten sein.

27. Oktober 2013

Nach einer Analyse des neuen Technikchefs Horst Amann legt der Aufsichtsrat diesen Termin am 7. September als neuen Eröffnungstag fest.

Frühestens 2014

Anfang Januar 2013 wurde bekannt, dass auch der Termin im Herbst des Jahres nicht zu halten sein wird. Frühestens 2014 wird das Großprojekt nun seiner Bestimmung übergeben werden können.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Brasil

04.03.2013, 13:47 Uhr

Die Dilletanten bleiben also unter sich und stecken sich weiter die Taschen voll!
Glaube ja keiner, dass da nicht weiter geld vergraben und veruntreut wird.Ist ja mit dem EURO Mode geworden und wer moechte nicht modern sein, vor allem der Nichtsnutzige Politikerpoebel!

Brasil

04.03.2013, 14:19 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

nastrowje

04.03.2013, 14:50 Uhr

Der erste Flughafen weltweit, nach ökolgischen Grundsätzen gebaut,erweiterbar, upgradefähig mit dem einzigartigen Tag- und Nachtflugverbot.
Nach Stuttgart 21 und Berlin: Grüne und Rot-Rot, die Retter der Verkehrsinfrastruktur.
Halt, hab noch was vergessen: der PR-Manager Stoiber, der direkt in die Magnetschwebebahn einsteigt und sofort am Flughafen München ist. Wie im Märchen von der "kleine Muck".

Also, daher bin ich für eine schwarzgelb-rot-rot-grüne Abschußrampe, die diese Politikergenerationen dahin befördert, wo sie hin gehören. Der Mond erscheint mir zu sehr nahverkehrsverdächtig.
Zwanzig Jahre Warp20 und dann Vollbremsung, das wär's.

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