Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.10.2014

10:41 Uhr

Kein Schub für Brauereikonzern

WM-Fans tranken weniger Bier als erhofft

SABMiller, der zweitgrößte Brauereikonzern weltweit, hat nicht in dem Maße von der Fußball-WM profitiert wie erhofft. Der Umsatz sei zwar gewachsen, aber die Märkte in Australien und China sind laut Konzern geschrumpft.

Insgesamt legte der Bierabsatz von SABMiller weltweit um ein Prozent zu. AFP

Insgesamt legte der Bierabsatz von SABMiller weltweit um ein Prozent zu.

LondonDie Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hat dem weltweit zweitgrößten Brauereikonzern SABMiller nicht den erhofften starken Schub gebracht.

Der Umsatz sei von April bis Ende September dank Preisanhebungen zwar um insgesamt 5 Prozent gewachsen, teilte das Unternehmen mit Biermarken wie Pilsner Urquell, Grolsch, Tyskie, Miller und Foster's am Dienstag in London mit.

Vor allem in Australien liefen die Geschäfte mit einem Umsatzrückgang aber enttäuschend. Auch in China wurde SABMiller weniger Bier los. Als Grund wird das anhaltend schlechte Wetter genannt. Softdrinks seien dagegen mehr abgesetzt worden. SAB verkauft unter anderem Coca-Cola für das gleichnamige US-Unternehmen.

Deutschlands größte Getränkehersteller

Platz 10

PepsiCo – 9,75 Millionen Hektoliter

Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.

Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten aus 2012

Platz 9

Oettinger Gruppe – 10,64 Millionen Hektoliter

Die Brauereigruppe braut insgesamt an vier Standorten in Deutschland Bier – neben den eigenen Marken unter anderem auch Carlsberg für Supermärkte. Nur am Bierabsatz gemessen gehört Oettinger zu den größten Brauereigruppen Deutschlands.

Platz 8

Riha Richard Hartinger – 11,04 Millionen Hektoliter

Aus dem Apfelmost-Hersteller in Rinteln ist über die Jahre ein internationaler Getränkekonzern geworden. Zu den Marken von Riha gehören Naturella, Wesergold und Extaler.

Platz 7

Anheuser-Busch InBev – 12,00 Millionen Hektoliter

Gemessen am Absatzvolumen ist AB INBev die größte Brauereigruppe der Welt. International punktet die Brauerei mit Marken wie Stella Artois, Leffe oder Budweiser. In Deutschland sind vor allem Beck's, Diebels und Franziskaner bekannt. Im Gesamt-Getränkeabsatz in Deutschland reicht es aber nur zu Platz 7.

Platz 6

Radeberger Gruppe – 13 Millionen Hektoliter

Das 1952 gegründete Unternehmen ist die größte Brauereigruppe Deutschlands. Zu Radeberger gehören neben der Stammmarke unter anderem Jever, Schöfferhofer und Hansa.

Platz 5

Bitburger Brauereigruppe – 14,05 Millionen Hektoliter

Hervorgegangen aus der Bitburger Brauerei zählt die Brauereigruppe zu den führenden Getränkeherstellern in Deutschland. Bedeutendste Marken des Unternehmens sind Bitburger, König Pilsener, Köstritzer und Wernesgrüner. Die Holding-Gesellschaft wurde 1999 gegründet.

Platz 4

Brandenburger Urstromquelle – 19 Millionen Hektoliter

Die Gruppe gehört zu den größten deutschen Getränkeherstellern, hat aber keine eigenen Marken. Es werden ausschließlich Bier und Mineralwasser unter verschiedenen Handelsmarken für europäische Discounter abgefüllt. Darunter fallen etwa Karlskrone bei Aldi oder Gut&Günstig Urstromquelle bei Edeka.

Platz 3

Hansa-Heemann Mineralbrunnen – 24 Millionen Hektoliter

Der unbekannte Mineralwasserriese aus Rellingen hat mit Hella zwar auch eine eigene Mineralwassermarke, verdient das meiste Geld aber mit den Handelsmarken großer Supermarktketten.

Platz 2

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG – 26,1 Millionen Hektoliter

Die 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.

Platz 1

Coca-Cola – 36 Millionen Hektoliter

Der rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

In Lateinamerika, der wichtigsten Region für den in den Schwellenländern stark vertretenen Konzern, ging es hingegen um 7 Prozent nach oben. Auch im lange schwächelnden Europa gab es einen Zuwachs von drei Prozent. Insgesamt legte der Bierabsatz von SABMiller weltweit um ein Prozent zu. Beim Umsatz hatten Analysten jedoch mit einem deutlicheren Plus von 5,5 Prozent gerechnet.

In den Markt der Brauereigiganten war zuletzt neue Bewegung gekommen. Im September hatte sich SABMiller bei seinem Vorstoß zur Übernahme des niederländischen Konkurrenten Heineken (Paulaner, Desperados) eine Abfuhr eingefangen. Zugleich gab es Gerüchte, dass der belgische Weltmarktführer AB Inbev (Beck's, Budweiser, Stella Artois) an SABMiller interessiert sei.



Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×