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23.03.2013

07:56 Uhr

Keine Annäherung

Tarifverhandlungen bei Lufthansa in April vertagt

Die Tarifverhandlungen bei der Lufthansa sind festgefahren und erneute Streiks werden nicht ausgeschlossen. Über die Osterfeiertage will die Gewerkschaft aber auf Warnstreiks verzichten.

Bleibt die Lufthansa-Flotte bald wieder am Boden? Neue Streiks sind nicht ausgeschlossen. ap

Bleibt die Lufthansa-Flotte bald wieder am Boden? Neue Streiks sind nicht ausgeschlossen.

Frankfurt/MainTrotz weiterhin ergebnisloser Tarifverhandlungen verzichtet die Gewerkschaft Verdi über die Osterfeiertage auf erneute Warnstreiks bei der Lufthansa. Man wolle die Ferienreisenden nicht in Mitleidenschaft ziehen, sagte eine Sprecherin, nachdem am Freitag die Verhandlungen für 33.000 Beschäftigte auf den 17. April vertagt worden waren. Man behalte sich Aktionen aber weiterhin vor. Am Donnerstag hatte die Lufthansa wegen eines ersten Warnstreiks knapp 700 Flüge vorsorglich abgesagt.

"Wir liegen weit auseinander", kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Der Tarifkonflikt bestehe "trotz langer und intensiver Verhandlungen" weiter. Die Unternehmerseite habe ihren Forderungskatalog nicht zurückgezogen und kein Gehaltsangebot vorgelegt.

Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr

21. März 2012

Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.

7. September

Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

10. Dezember

Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

18. Januar 2013

Ein Streik legt den Hamburger Flughafen weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen sind rund 19 000 Reisende.

24./ 25. Januar

Ein Streik des privaten Sicherheitspersonals auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt für große Behinderungen. Hunderte Flüge fallen aus.

14./ 15. Februar

Streiks der Sicherheitskräfte in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn legen den Betrieb erneut fast komplett lahm.

20. Februar

Die Streiks gehen in Hamburg weiter, vor den Terminals gibt es wieder lange Warteschlangen.

26. Februar

In der ersten Runde der Tarifverhandlungen bei der Lufthansa kommen sich die Parteien nicht näher. Die Gespräche werden auf den 22. März vertagt.

20. März 2013

Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde ruft Verdi zu Warnstreiks an den Standorten Frankfurt, Berlin und Hamburg auf. Die Gewerkschaft Verdi vertritt vor allem Beschäftigte in den Boden- und Serviceeinheiten der Lufthansa.

Offenbar unter dem Eindruck des Warnstreiks vom Donnerstag habe Lufthansa zugesagt, in der anstehenden dritten Verhandlungsrunde ein Angebot zu Beschäftigungssicherung und Entgelt zu machen. "Wir sind allerdings sehr skeptisch, dass dieses Angebot ausreichend sein wird", erklärte Behle.

In den Verhandlungen habe das Unternehmen zunächst kein Angebot vorgelegt und auch seine Gegenforderungen nicht zurückgenommen, berichtete die Verdi-Sprecherin. Ein Angebot sei für die nächste Verhandlungsrunde angekündigt worden. Bislang sei vor allem über Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung gesprochen worden.

Verdi fordert für die Mitarbeiter vor allem aus den Technik- und Servicebereichen 5,2 Prozent mehr Geld und wirksamen Kündigungsschutz im Rahmen des Sparprogramms "Score". Von der Lufthansa verlangt die Gewerkschaft, ihre Gegenforderungen nach Mehrarbeit, Nullrunden und Aussetzung der Aufstiegsregeln fallen zu lassen. Lufthansa äußert sich nicht zu laufenden Tarifverhandlungen.

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