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22.01.2007

09:10 Uhr

Keine klare Offerte

Pinault gibt Pläne zum Kauf von Suez auf

Der französische Milliardär François Pinault muss seine Pläne zur Übernahme des Versorgers Suez zunächst auf Eis legen. Während Pinault nun mindestens sechs Monate warten muss, um einen konkreten Versuch zu starten, wird bereits über sein nächstes Ziel spekuliert.

(ali) PARIS. Der französische Milliardär François Pinault hat vorerst den Plan aufgegeben, eine Übernahmeofferte für den Versorger Suez zu unterbreiten. Angesichts der Gerüchte und der dadurch hervorgerufenen Kursausschläge seien die Bedingungen für solch eine Offerte nicht gegeben, teilte am Freitag Pinaults Holding Artémis mit.

Pinault wollte mit seiner Offerte die geplante Fusion von Suez mit der staatlichen Gaz de France (GDF) verhindern. Artémis bekräftigte, man habe die notwendigen Finanzierungszusagen für solch eine Operation – Suez ist an der Börse knapp 50 Mrd. Euro wert. Und: Artémis „wird weiter die Möglichkeit solch einer Offerte in Erwägung ziehen“.

Trotz des etwas zweideutigen Charakters der Erklärung ist Frankreichs Börsenaufsicht AMF zufrieden: Angesichts von Pinaults Andeutungen, er interessiere sich für eine Übernahme von Suez, hatte sie dem Milliardär ein Frist bis zum 2. Februar gesetzt, sich klar für oder gegen eine Offerte auszusprechen.

Die AMF wertet die Erklärung von Artémis als Rückzug von den Übernahmeplänen. Daher darf Pinault in den kommenden sechs Monaten keine Übernahme für Suez starten, es sei denn, es finden unvorhergesehene Wechsel im Gesellschafterkreis von Suez statt. Das Suez-Management zeigte sich zufrieden, dass es nun erst einmal ein halbes Jahr Ruhe vor Pinault hat.

Die Aktie von Suez verlor am Freitag, während die des Bauriesen Vinci deutlich zulegten. Denn Pinault hat für rund eine Milliarde Euro gut fünf Prozent der Vinci-Aktien gekauft habe. Nun schießen Spekulationen ins Kraut, Pinault könne sich an eine Übernahme von Vinci wagen.

Eine Sprecherin Pinaults bezeichnete die Beteiligung als „Finanzinvestment“. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Pinault seinen Anteil ausbaue. Vinci gilt als übernahmeanfällig, da rund 47 Prozent der Aktien in der Hand von Ausländern liegen. Vergangenes Jahr hatte der Wasserversorger Veolia eine Fusion mit Vinci erwogen, wegen des Widerstandes von Vinci das Projekt aber fallen gelassen.

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