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01.04.2015

17:35 Uhr

Keine Tengelmann-Märkte für Edeka

Kartellamt macht die Drohung wahr

Das Bundeskartellamt hat gesprochen: Die umstrittene Übernahme der Kaiser's-Supermarktfilialen durch Edeka wird untersagt. Für die Verbraucher sei das die bessere Lösung.

Hoffnung für Edeka

Übernahme von Kaiser's Tengelmann: Gibt Gabriel das „Okay“?

Hoffnung für Edeka: Übernahme von Kaiser's Tengelmann: Gibt Gabriel das „Okay“?

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BonnHerbe Niederlage für Edeka: Dem Handelskonzern wird die Übernahme der Supermärkte von Kaiser's Tengelmann untersagt. Die Übernahme hätte nach Ansicht des Bundeskartellamts „zu einer erheblichen Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen auf zahlreichen ohnehin stark konzentrierten regionalen Märkten und Stadtbezirken im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in Nordrhein-Westfalen geführt“, teilte die Bonner Behörde am Mittwoch mit.

Auch die Kompromissvorschläge von Edeka und Tengelmann fielen bei den Kartellwächtern durch.

„Mit der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann wären die Auswahl- und Ausweichmöglichkeiten der Verbraucher vor Ort stark eingeschränkt und aufgrund der Beseitigung einer bedeutenden Wettbewerbskraft für die verbliebenen Wettbewerber zukünftig entsprechende Preiserhöhungsspielräume eröffnet worden“ heißt es in der Mitteilung der Behörde.

Auch im Bereich der Beschaffung hätte das Vorhaben wettbewerbliche Probleme verursacht. Den Herstellern von Markenartikeln würde nach einer Fusion ein bedeutsamer unabhängiger Abnehmer nicht mehr zur Verfügung stehen, hieß es.

Kaiser's Tengelmann hatte den angestrebten Verkauf im vergangenen Oktober angekündigt. Die Unternehmensgruppe Tengelmann wollte ihre Filialen in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen zum 30. Juni 2015 an den Edeka-Verbund verkaufen. Tengelmann sieht nach eigenen Angaben „keine Perspektive mehr“, das seit Jahren defizitäre Supermarktgeschäft wieder profitabel zu machen. Über die genauen Vertragsinhalte sowie die Kaufsumme hatten Tengelmann und Edeka damals Stillschweigen vereinbart.

Kommentare (5)

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Herr M. M.

01.04.2015, 13:12 Uhr

Eine gute Entscheidung, liebes Kartellamt,bitte mehr davon!

Herr Dirk Wellen

01.04.2015, 14:01 Uhr

Lächerliche Entscheidung, liebes Kartellamt! Als ob der Wettbewerb zwischen Edeka, Rewe, Aldi, Lidl usw. auf regionalen Märkten in Stadteilen von Berlin und München ausgetragen würde.

Herr Hans Schwartau

01.04.2015, 14:31 Uhr

Unternehmen agieren global, Behörden denken lokal.

Nicht nur das, auch persönliche Befindlichkeiten scheinen manch Entscheidungsprozess zu dirigieren.

Ich erinnere an Ulf Böge, der damals den Merger Springer - Pro Sieben Sat 1 Media verhinderte.

Im nachhinein erwies sich das damalige Veto als nicht gerechtfertigt.
Insider wissen, dass Böge Döpfner nicht besonders zugetan war.

War es letztlich nur Ausnutzung einer Machtposition, um einer kindischen Blasiertheit Genugtuung zu gönnen.

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