Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2009

13:10 Uhr

Keine Terminalgebühr

Ryanair erzwingt Dumpingpreis auf Flughafen Hahn

VonJens Koenen

Drei Euro pro Passagier - mit dieser Terminalgebühr wollte die Landesregierung den rheinland-pfälzischen Flughafen Frankfurt/Hahn aus den roten Zahlen holen . Doch weil die Billigairline Ryanair heftig protestierte, zog die Landesregierung ihre Pläne jetzt zurück. Branchenkenner sind empört.

Passagiere am Flughafen Frankfurt/Hahn müssen auch künftig keine Terminalgebühr zahlen. Foto: dpa dpa

Passagiere am Flughafen Frankfurt/Hahn müssen auch künftig keine Terminalgebühr zahlen. Foto: dpa

FRANKFURT. Die massive Intervention der Landesregierung Rheinland-Pfalz bei der geplanten Passagiergebühr für den Flughafen Hahn, dem „Hahntaler“, und das Verhalten des Billigfliegers Ryanair stoßen auf wachsende Kritik. Branchenkenner monieren, dass sich die Landesregierung von der irischen Billig-Airline Ryanair – sie dominiert den Hunsrück-Flughafen – habe unter Druck setzen lassen.

„Der Hahntaler war gerechtfertigt. Es kann nicht sein, dass Ryanair die Gewinne verbucht und der Flughafen die Verluste“, sagte Ralph Beisel, der Chef des Flughafenverbandes ADV, und ergänzte: „Ryanair hat den Flughafen und das Land Rheinland-Pfalz erpresst. Erneut zeigt sich, wie schwer es einem Flughafen fällt, gegenüber einer Airline auskömmliche Flughafenentgelte durchzusetzen.“

Der Flughafen Hahn, der zu 65 Prozent dem Flughafenbetreiber Fraport gehört und zu je 17,5 Prozent den beiden Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz, wollte pro Passagier eine Gebühr von drei Euro erheben. Ziel war, den seit gut zehn Jahren rote Zahlen schreibenden Airport nahe Frankfurt endlich in die schwarzen Zahlen zu führen.

Doch Ryanair machte Druck gegen die Pläne, sah sein Konzept des Billigfliegers bedroht. Die Iren hatten mit dem Abzug von Flugzeugen und sogar mit einem kompletten Weggang aus Hahn gedroht. „Unsere Durchschnittspreise bei den Wintertickets sind in Hahn zehn Euro. Wenn wir 13 oder 14 Euro verlangen könnten, um die Flieger voll zu bekommen, würden wir das tun“, verteidigte Ryanair-Manager Michael Cawler gestern die Drohung.

Am Ende gab Hendrik Hering (SPD), der Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz, bei und stoppte den Hahntaler. Außerdem will das Land nun seinen Anteil an Hahn ausbauen. „Wir führen Gespräche mit Fraport und mit Hessen über deren Anteile“, erklärte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums auf Anfrage.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×