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30.01.2010

14:00 Uhr

Kinderfilme

Zauberhafte Geschäfte

VonIngmar Höhmann

Die Traumfabrik für Kinder läuft auf Hochtouren. Moderne Märchen erweisen sich als Goldgrube für die Filmemacher. Doch Kinderfilme bringen nicht nur an der Kinokasse Geld. Der Auftritt auf der großen Leinwand ist heute meist nur noch ein kleiner Baustein in einer aufwendigen Vermarktungskampagne auf allen Kanälen.

Kinderfilme sind oft echte Kassenschlager. Ice Age 3 war 2009 der erfolgreichste Kinofilm in Deutschland. ap

Kinderfilme sind oft echte Kassenschlager. Ice Age 3 war 2009 der erfolgreichste Kinofilm in Deutschland.

KÖLN. Prinzessin Lillifee ist auf Zack. Eine ganze Buchreihe berichtet von ihren Erlebnissen in der Zauberschule, in Hörbüchern erzählt sie von ihren Abenteuern im Blütenschloss und im Mai geht sie erneut mit einem Musical auf Reise. Richtig ins Zeug gelegt hat sie sich aber erst in ihrem eigenen Kinofilm, der vergangenes Jahr fast eine Million Zuschauer angelockt hat.

Längst arbeitet die Produktionsfirma an einer Fortsetzung und nebenbei an einer ganzen Fernsehserie mit der rosa Fee. Das Reich der Prinzessin erstreckt sich mittlerweile auch auf Strampler, Bettwäsche und Leggings – die sich mit dem Abbild des Zaubermädchens besonders gut verkaufen. Die Produktionsfirmen haben Unterhaltung für die Kleinen als wichtiges Wachstumssegment erkannt.

Chancen für Produktionsfirmen

Im Gegensatz zu Blockbustern für Erwachsene bringen Kinderfilme nicht nur an der Kinokasse Geld. Der Auftritt auf der großen Leinwand ist heute meist nur noch ein kleiner Baustein in einer aufwendigen Vermarktungskampagne auf allen Kanälen. Das Genre boomt: Wagte sich in den 90er-Jahren kaum ein Produzent an das als schwierig geltende Segment, so gehört es heute zum Massenmarkt.

Im vergangenen Jahr schafften es gleich drei Kinder- und Jugendfilme unter die ersten Fünf der kommerziell erfolgreichsten Kinofilme in Deutschland. „Ice Age 3“ landete gar auf Platz eins mit einem Einspielergebnis von rund 57 Millionen Euro und 8,7 Millionen Besuchern. Für „Harry Potter und der Halbblutprinz“ ließen die sechs Millionen Fans des Zauberschülers über 44 Millionen Euro an den Kinokassen. Immerhin 28 Millionen Euro erzielte die deutsche Produktion „Wickie und die starken Männer“. Weitere Einnahmen bringen der DVD-Verleih oder der Verkauf von Merchandising-Lizenzen.

Die drei Filme sind nicht nur erfolgreich, sie zeugen auch von einem Trend: Alle drei bauen auf etablierten Marken auf – entweder als Fortsetzung oder, wie bei Wickie, auf einer Figur, die mit der gleichnamigen Fernsehserie bereits in den 70er-Jahren große Bekanntheit erlangte. Die Helden haben sich in den Köpfen der kleinen Konsumenten festgesetzt – dagegen kommen Newcomer kaum noch an. „Es ist schwerer geworden, neue Marken zu erschaffen. Stattdessen werten die Unternehmen alte Marken umfassend aus“, sagt Frank Piscator, Geschäftsführer der Produktionsfirma Wunderwerk, die für die Lillifee-Filme verantwortlich ist.

Die kleine Prinzessin ist das beste Beispiel für das Erfolgsmodell: Die Filme setzen auf einer Kinderbuchreihe auf, die im Coppenrath Verlag erschienen ist. Wer schon die Bücher mag, ist eher bereit, sich die Geschichte auch im Kino anzusehen.

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