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20.08.2012

16:37 Uhr

Klage auf Schadenersatz

Fluglotsen-Gewerkschaft kritisiert Flugsicherung

Die Deutsche Flugsicherung hat sich einer Klage von Airlines gegen die Fluglotsen-Gewerkschaft GdF angeschlossen. Sie verlangt Schadenersatz. Damit stelle sich die Flugsicherung ins Abseits, keilt die GdF zurück.

Im Februar streikten die Fluglotsen in Frankfurt, jetzt wird vor Gericht weitergestritten. dpa

Im Februar streikten die Fluglotsen in Frankfurt, jetzt wird vor Gericht weitergestritten.

FrankfurtDie Fluglotsen-Gewerkschaft GdF hat die Deutsche Flugsicherung wegen ihrer Beteiligung an einer neuen Schadenersatzklage gegen die Arbeitnehmervertretung scharf kritisiert. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) habe sich entgegen wiederholten Bekundungen ihrer Neutralität der Klage mehrerer Unternehmen angeschlossen, teilte die GdF am Montag mit.

„Die DFS-Geschäftsführung stellt sich damit ins Abseits“, erklärte ein Gewerkschaftssprecher. Die DFS will zusammen mit der Lufthansa, Air Berlin und dem Flughafenbetreiber Fraport von der Gewerkschaft Schadenersatz wegen eines Streiks erstreiten. Laut GdF liegt die Forderung bei rund zehn Millionen Euro.

Bei der Klage gegen die Sparten-Gewerkschaft vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt geht es um den Tarifkonflikt am Frankfurter Airport im Februar. Damals hatten die Vorfeld-Angestellten mit Unterbrechungen zwei Wochen lang die Arbeit ruhen lassen - rund 1800 Flüge fielen aus. Der Streik wurde Ende Februar von einem Gericht gestoppt, das den Arbeitskampf für illegal erklärte. Der zähe Arbeitskampf hatte auch eine politische Debatte über die Macht von Spartengewerkschaften ausgelöst.

Ein DFS-Sprecher erklärte, die Deutsche Flugsicherung habe sich an der Klage beteiligt, weil sie durch die Streiks ebenfalls Schaden erlitten habe. Wegen der ausgefallenen Flüge seien ihr Gebühren entgangen. Laut einer Sprecherin des Frankfurter Arbeitsgerichts ist nun für den 21. September ein Gütetermin angesetzt. Entgegen anderslautenden Berichten habe sich der Ferienflieger Condor nicht an der Klage beteiligt. Condor bestätigte dies ebenfalls.

Eine ähnliche Schadenersatzklage von Lufthansa, Air Berlin sowie Ryanair hatte das Frankfurter Arbeitsgericht in der vergangenen Woche abgeschmettert. Die GdF muss wegen der Streikaufrufe an die Tower-Angestellten im August 2011 keinen millionenschweren Schadenersatz zahlen.

Die Fluggesellschaften hatten argumentiert, dass allein die Streikaufrufe damals Kunden verunsichert hätten und deshalb weniger Flüge gebucht worden seien. Der Anwalt der Fluggesellschaften kündigte an, nach einer Prüfung des Urteils aller Wahrscheinlichkeit nach in Berufung gehen zu wollen.

Von

rtr

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