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16.09.2011

19:07 Uhr

Klinikbetreiber

Asklepios übernimmt Mehrheit an MediClin

Der Hamburger Klinikbetreiber Asklepios baut seine Marktstellung mit der Übernahme der Mehrheit am Offenburger Rivalen MediClin aus.

Über Monitore werden in der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona Schlaganfallpatienten überwacht. dpa

Über Monitore werden in der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona Schlaganfallpatienten überwacht.

FrankfurtNach Aufstockung der Beteiligung halte Asklepios künftig etwa 53 Prozent an MediClin, teilten MediClin sowie Asklepios am Freitag mit. „Eine Mehrheitsbeteiligung an der MediClin festigt unsere Position im deutschen Krankenhausmarkt“, erklärte Asklepios-Gründer und Firmeneigner Bernard Broermann. Der private Klinikbetreiber besaß zuletzt bereits rund 35 Prozent der Anteile. Laut MediClin übernahm Asklepios unlängst das rund 18 Prozent starke Aktienpaket der Provinzial Rheinland Lebensversicherung. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht.

Asklepios gehört neben der Fresenius-Tochter Helios und Rhön-Klinikum zu den drei großen privaten Klinikbetreibern in Deutschland. Bereits im vergangenen Jahr hatte es Spekulationen um Übernahmepläne von Asklepios für MediClin gegeben. Das Familienunternehmen erhoffe sich dadurch Größenvorteile im Einkauf von medizinischen Geräten und einen größeren Anteil am Markt für Privatkliniken, hatte es damals geheißen. Im März dieses Jahres hatte Asklepios dann ein Übernahmeangebot für MediClin angekündigt. Allerdings wollte Asklepios nur den gesetzlichen Mindestpreis zahlen. Zu dem Zeitpunkt war MediClin an der Börse rund 200 Millionen Euro wert.

MediClin besitzt 34 Kliniken, sieben Pflegehäuser und elf medizinische Versorgungszentren und setzte damit im vergangenen Jahr 487 Millionen Euro um. Der Nettogewinn stagnierte bei zehn Millionen Euro. Asklepios ist deutlich größer: Mit zuletzt rund 110 Einrichtungen - darunter etwa 70 Kliniken - wurde 2010 ein Jahresumsatz von 2,3 Milliarden Euro und ein Betriebsgewinn von 161 Millionen Euro erzielt.

Im Zuge der Übernahme erhält Asklepios auch einen neuen Vorstandschef. Ab 1. November soll MediClin-Chef Ulrich Wandschneider den Klinikkonzern leiten. Sein Mandat als Chef von MediClin werde er niederlegen, obwohl er weiter Vorstandsmitglied bleibe, erklärte MediClin. „Durch die personelle Ausgestaltung werden die Voraussetzungen geschaffen, eine schnelle und reibungslose Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmensgruppen zu ermöglichen - zum Vorteil beider Unternehmen“, erklärte MediClin-Aufsichtsratschef Jan Boetius. Asklepios hatte im August überraschend mitgeteilt, dass der bisherige Chef Tobias Kaltenbach zum 1. September zurücktrete.

Von

rtr

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