Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.04.2012

16:19 Uhr

Kluge-Nachfolger

Lufthansa-Vorstand soll Haniel-Chef werden

Der Mischkonzern Haniel holt einen Spitzenmann der Lufthansa. Stephan Gemkow, Finanzchef der Fluggesellschaft, soll die Nachfolge von Jürgen Kluge antreten.

Ein Haniel-Aktenordner in der Firmenzentrale in Duisburg. dpa

Ein Haniel-Aktenordner in der Firmenzentrale in Duisburg.

DuisburgDer Familienkonzern Haniel bekommt einen neuen Chef: Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow werde die Führung des Duisburger Unternehmens übernehmen, teilten Haniel und Lufthansa am Mittwoch mit. Bei der Lufthansa hatte der 52-jährige Gemkow um eine vorzeitige Entlassung aus seinem Arbeitsvertrag gebeten. Wann genau er sein neues Amt antreten kann, ist noch offen.

Gemkow ist seit dem 1. Juni 2006 Vorstandsmitglied Finanzen & Aviation Services der Deutschen Lufthansa AG. Er bat den Aufsichtsrat um eine Entbindung aus seinem Arbeitsvertrag, um „persönliche Karrierechancen“ wahrnehmen zu können. Das Präsidium des Kontrollgremiums schlägt dem Aufsichtsrat für seine Sitzung am 7. Mai vor, die Vorstandstätigkeit von Gemkow in gegenseitigem Einvernehmen vorzeitig zu beenden.

Mit der Ernennung von Gemkow und dem Abtritt von Jürgen Kluge beginnt bei dem Duisburger Unternehmen ein neuer Abschnitt. Der Mischkonzern, der unter anderem mehrheitlich an dem Pharmahändler Celesio und mit gut einem Drittel an dem Handelsriesen Metro beteiligt ist, und sein Vorstandsvorsitzender Kluge hatten im vergangenen Herbst wochenlang für Negativschlagzeilen gesorgt. Grund: Kluge hatte sich mit den Vorstandsvorsitzenden von Celesio und Metro überworfen. Der Bruch zwischen den Managern war nicht mehr zu kitten.

Stephan Gemkow (r. im Bild mit Vorstandschef Christoph Franz) macht bei Lufthansa den Abflug. Sein Ziel ist der Chefposten beim Mischkonzern Haniel dpa

Stephan Gemkow (r. im Bild mit Vorstandschef Christoph Franz) macht bei Lufthansa den Abflug. Sein Ziel ist der Chefposten beim Mischkonzern Haniel

Im Sommer 2011 verließ Celesio-Chef Fritz Oesterle das Unternehmen. Wenig später begannen die Querelen bei der wichtigsten Haniel-Beteiligung Metro. Das Verhältnis zu dem damaligen Metro-Chef Eckhard Cordes (61) war zerrüttet, nachdem Kluge begonnen hatte, einen Nachfolger für Cordes zu suchen.

Im Oktober 2011 warf Cordes schließlich das Handtuch und erklärte entnervt, dass er seinen ein Jahr später auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Auch Kluge musste kurz darauf erkennen, dass er seinen Posten bei Haniel nicht mehr halten konnte, obwohl er ihn erst 2010 angetreten hatte.. Den Vorsitz im Metro-Aufsichtsrat legte er zuerst nieder und wenig später kündigte an, dass er sich auch von seinem Amt als Haniel-Chef zurückziehen werde, sobald ein Nachfolger gefunden sei.

Inzwischen sind die Wogen wieder geglättet. Celesio wird von dem früheren Beiersdorf-Manager Markus Pinger geführt. Bei der Metro sitzt seit Jahresbeginn Olaf Koch im Chefsessel. Mit dem künftigen Haniel-Chef teilt er schon zu Beginn eine Gemeinsamkeit: Ebenso wie dieser wechselte er vom Finanzressort auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

submarine

25.04.2012, 16:34 Uhr

Nun, man könnte die Story auch anders lesen: Gemkow flüchtet aus der Lufthansa. Siehe auch die fraglichen und gewaltigen Meilendifferenzen in der Bilanz. Die HV der LH in zwei Wochen wird sicher spannend.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×