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18.03.2004

08:20 Uhr

Kölner Handelskonzern verlangt eigenständige Arbeitnehmervertretung für neues Lebensmittel-Joint-Venture

Rewe verärgert Karstadt-Betriebsräte

VonGregory Lipinsky (Handelsblatt)

Die Übernahme der Lebensmittelabteilungen der Essener Karstadt Warenhaus AG durch die Kölner Rewe-Gruppe bleibt ungewiss. Der Grund: Rewe will die geplante Gemeinschaftsfirma mit Karstadt nur gründen, wenn sie von Mitte 2006 an einen eigenen, organisierten Betriebsrat erhält.

HAMBURG. Damit würde das Unternehmen weder dem Einfluss der Betriebsräte von Karstadt noch der Rewe unterliegen. Dies bestätigen ein Rewe-Betriebsratmitglied sowie Gewerkschaftskreise.

Der Gesamtbetriebsrat von Karstadt lehnt den Rewe-Vorstoß strikt ab. Er fürchtet um seinen Einfluss bei dem Handelskonzern sowie langfristig negative Auswirkungen für die betroffenenen rund 4 000 Mitarbeiter in den Lebensmittelabteilungen. Aus Sicht der Karstadt-Betriebsräte wird deswegen eine Umsetzung des Projekts fraglich, urteilt ein Rewe-Betriebsrat. Ein Karstadt- Betriebsratsmitglied hielt sich hierzu bedeckt und sagte: „Es sind noch verschiedene Punkte offen.“

Heute beschäftigt sich der Aufsichtsrat von Karstadt mit diesem Thema. Nach Informationen aus Firmenkreisen wird der Vorstand das Konzept wegen des Streits mit dem Betriebsrat den Kontrollgremium lediglich vorstellen. Eine Zustimmung wird noch nicht erwartet.

Bei dem Vorhaben geht es um eine Abspaltung des chronisch defizitären Lebensmittelgeschäfts bei der Karstadt Warenhaus AG. Vorgesehen ist ein 50:50-Joint-Venture mit Rewe. Der Kölner Lebensmittelhändler dessen Filialorganisation soll künftig die Belieferung der 72 Lebensmittelabteilungen in den insgesamt 187 Warenhäusern übernehmen. Als offizieller Start ist der 1. Januar 2005 vorgesehen.

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