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27.11.2015

06:14 Uhr

Kommentar zum Black Friday

Wer braucht diesen Schnäppchen-Tag?

VonFlorian Kolf

Nach Valentinstag und Halloween nervt der Einzelhandel jetzt noch mit dem aus den USA importierten Black Friday. Doch das kommerzielle Schnäppchenfest könnte für die Branche zum Bumerang werden. Ein Kommentar.

In Nordamerika hat der Black Friday Tradition. Hierzulande ist er noch nahezu unbekannt. Imago

Rabattschlacht in einem Möbelgeschäft in Toronto

In Nordamerika hat der Black Friday Tradition. Hierzulande ist er noch nahezu unbekannt.

DüsseldorfStell dir vor, es ist Black Friday – und keiner geht hin: Mit großem Marketing-Theater versuchen Onlinehändler in Deutschland einen weiteren kommerziellen Feiertag aus den USA zu etablieren. Besonders US-Konzerne wie Amazon bombardieren die Kunden mit Schnäppchen-Angeboten. Aber auch Saturn hat eine ganze „Black Week“ ausgerufen.

Doch der deutsche Konsument zuckt bisher nur mit den Achseln. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Ratgeberportals Sparwelt.de wussten gerade mal vier Prozent der Befragten, was der Black Friday überhaupt ist. Erstaunlicherweise planten jedoch fünf Prozent, spezielle Black-Friday-Angebote zu nutzen. Das ist, ganz nebenbei bemerkt, wohl eine Logik, die nur Marktforscher erklären können.

Florian Kolf ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte. Frank Beer für Handelsblatt

Der Autor

Florian Kolf ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte.

Kurze Nachhilfe für die 96 Prozent, die bei Black Friday eher an einen Börsencrash gedacht haben: In den USA wird dieser Tag seit den 1960er-Jahren begangen. Es ist der Freitag nach dem Feiertag Thanksgiving. Und da die meisten Amerikaner diesen Tag als Brückentag frei haben, tun sie das, was sie am liebsten machen: Sie stürzen sich in die Geschäfte. Die Einzelhändler wiederum haben dem einen Namen gegeben und ihn mit besonderen Rabatten zum umsatzstärksten Tag des Jahres gepusht. In diesem Jahr erwartet der Handel in den USA am Black-Friday-Wochenende einen Umsatz von umgerechnet 5,4 Milliarden Euro.

Das muss sich doch auch für Deutschland ausschlachten lassen, denkt sich der Einzelhandel. Schon 2006 ist Apple auf diese Idee gekommen und seitdem springen Jahr für Jahr immer mehr Händler auf diesen Zug auf. Schließlich sind ja auch andere Festtage mit amerikanischem Migrationshintergrund wie Halloween oder Valentinstag mittlerweile aus dem deutschen Geschäftsleben nicht mehr wegzudenken.

Wie man Schnäppchen im Internet findet

Sparmöglichkeiten miteinander kombinieren

Wer Sparangebote, Cash-Back und Gutscheine clever miteinander kombiniert, kann einen hohen Spareffekt erzielen. Wer viel online einkauft, sollte sich überlegen, ein Paypal-Konto oder eine Kreditkarte zuzulegen. Auch darüber lassen sich zusätzliche Bonus-Punkte sammeln.

Gutscheine nutzen

Außer den großen Handelsplattformen bieten Tipps für Schnäppchen insbesondere die spezialisierten Seiten. Gutscheine und Rabattangebote findet man unter anderem auf:

www.sparwelt.de

www.mydealz.de

www.mein-deal.com

www.urlaubspiraten.de

www.preisjaeger.de

www.groupon.de

www.schnaeppchenfuchs.com

www.dealdoktor.de

www.firefind.de

www.sparblog.com

www.deals.de

www.qipu.de

www.cuponation.de

www.sparheld.de

Den Preisverfall für sich nutzen

Geduld zahlt sich aus. Elektro-Artikel wie Smartphones und Tablets kosten schon wenige Wochen nach ihrer Neuerscheinung deutlich weniger.

Antizyklisch einkaufen

Ein Wintermantel im Sommer? Eine Badehose oder ein Bikini im Winter? Warum nicht. Kaufen Sie antizyklisch, also entgegen der laufenden Saison. Wer nicht unbedingt, die aktuellsten modischen Trends braucht, kann damit viel sparen.

Laufende Verträge kündigen

Ob Handy oder Strom- und Gasanbieter – manchmal kann es sich lohnen, laufende Verträge zu kündigen, um zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Der Grund: Konkurrenten ködern Neukunden zuweilen mit Sonderkonditionen und Prämien.

Doch während es bei Halloween mit den gruseligen Verkleidungen wenigstens noch ein bisschen Folklore gibt und der Valentinstag romantisch verklärt werden kann, geht es beim Black Friday um nichts anderes als den blanken Kommerz: Shoppen zu möglichst niedrigen Preisen.

Kommentare (13)

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Herr Ingo Tietz

27.11.2015, 08:55 Uhr

Liebe Handelsblatt Redaktion.

berichtet anstatt über Konsum & Shopping lieber über die viel wichtigere Klimakonferenz, welche heute in Paris beginnt.
Dort geht es nämlich bei den Verhandlungen um nichts mehr als den Erhalt der Erde als einmaliger lebenswerter Ort für alle Lebewesen. Wir müssen endlich zur Vernunft kommen und erkennen, dass unser jetziges Geld- und Wirtschaftssystem nachhaltig in den kollektiven Untergang und zur Ruinierung des Planeten Erde führt. Gerade ihr Journalisten/innen als Meinungsmacher seit Mitverantwortlich dafür, die Sachverhalte klar und lobbyunabhängig darzustellen und auch nicht von Interessensverbänden, den Kapital- und Wirstchaftsmärkten schmieren zu lassen. Ja dass hier ist eine Wirstchaftszeitung, aber was nutzt es der Wirtschaft, wenn zukünftig der Planet endgültig komplett ausgebeutet und ökologisch vernichtet wurde?

Herr Ingo Tietz

27.11.2015, 08:56 Uhr

und euch nicht von Interessensverbänden ...

Sergio Puntila

27.11.2015, 09:04 Uhr

Berechtigte Fragestellungen zum Casual Friday - zweifelsohne - und das kurz vor der bald ausbrechenden Weihnachterei in den Fußgängerzonen der Republik.
Angelsächsischer Humor muß dabei zugegebenermassen nicht jedermanns Sache sein: kurz vor den Startschüssen der diesjährigen Hochämter der Wertegemeinschaft allerdings auch augenreibend machen könnend.

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