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27.07.2015

13:51 Uhr

Kommentar zur Lufthansa

Diese Aufpreisliste nervt!

VonChristoph Schlautmann

Fester Sitzplatz? Kofferabgabe? Umbuchung? Das alles kostet bei der Lufthansa ab sofort extra. Was beim Autokauf oder beim Handyvertrag Sinn macht, nervt beim Fliegen gehörig. Ein Kommentar.

Wer seinen Koffer abgeben will, muss bei der Lufthansa künftig mehr zahlen. dpa

Neue Preisstruktur bei der Lufthansa

Wer seinen Koffer abgeben will, muss bei der Lufthansa künftig mehr zahlen.

Autofahrer kennen sie aus leidvoller Erfahrungen: Die ellenlangen Aufpreislisten von Daimler, BMW, Volkswagen und Co. Ledersitze, Alufelgen und selbst die Metallic-Lackierung lassen sich die Hersteller in der Regel fürstlich entlohnen.

Ab sofort dürften sich Reisende auch bei der Lufthansa mit solchen Preislisten vergnügen. Die neuen Tarife „Light“, „Classic“ und „Flex“ sind mit ihren abgestuften Service-Paketen ab Dienstag für jeden Sitz in der Economy-Klasse buchbar, wie die Lufthansa am Montag mitteilte.

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte. Pablo Castagnola

Christoph Schlautmann

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte.

Sitzplatzreservierung? Kofferabgabe? Oder sogar die Möglichkeit, Flüge umzubuchen? 39 Optionen gilt es nun zu beachten, um möglichst bequem oder möglichst günstig etwa von Frankfurt nach Wien zu fliegen.

In allen Tarifen sind Handgepäck, Verpflegung, ein fest zugeteilter Sitzplatz und Prämien-Meilen enthalten. Wer einen Koffer aufgeben will, muss diese Leistung entweder im Light-Tarif zubuchen oder gleich den Classic-Tarif wählen, der am ehesten dem bisherigen Angebot entspricht. Auch weitere Zusatzleistungen sind noch nach dem Ticketkauf zubuchbar. Unverändert bleibt laut Lufthansa der Einstiegspreis von 399 Euro in der Business-Klasse, deren Tickets künftig komplett kostenfrei umgebucht oder storniert werden können.

Das alles sei von den Verbrauchern inzwischen gelernt, verteidigen Experten die neuen Preistafeln. Auch Handynutzer wühlten sich schließlich vor einem Mobilfunkvertrag durch ein Dickicht von Wahlmöglichkeiten, bevor sie die Unterschrift unter einen Vertrag setzen. Am Ende, so ein weiteres Argument für die neue Preistabelle der Lufthansa, könnten Reisende im Vergleich zum bisherigen Tarifmodell sogar zehn Euro sparen – wenn sie auf alle Annehmlichkeiten verzichten.

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Flugreisende aber dürften weitaus mehr genervt sein, als es sich die Kranich-Airline ausmalt. Denn die zähe Lektüre ihrer Aufpreisliste steht in keinem Verhältnis zur Nutzungsdauer. Mobilfunkverträge werden meist über zwei Jahre abgeschlossen, Autos fahren viele sogar mehr als ein Jahrzehnt. Die Strecke Frankfurt-Wien dagegen schafft ein Lufthansa-Flieger in rund zwei Stunden – kaum länger, als ein durchschnittlich begabter Reisender für das Studium des neuen Tarif-Wirrwarrs benötigt.

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