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22.01.2011

10:45 Uhr

Kompromiss

Tui einigt sich mit Großaktionär über Aufsichtsratssitz

Seit Jahren streitet sich der Tourismuskonzern Tui mit John Fredriksen über einen Aufsichtsratssitz. Damit ist Schluss: Auf der Hauptversammlung soll ein Kandidat in das Gremum einziehen, der auch die Zustimmung des Großaktionärs findet.

Tui-Großaktionär Fredriksen ist zufrieden mit der Lösung für den Aufsichtsratsposten. Quelle: dpa

Tui-Großaktionär Fredriksen ist zufrieden mit der Lösung für den Aufsichtsratsposten.

HB MÜNCHEN. Der jahrelange Streit um die Vertretung von Tui-Großaktionär John Fredriksen im Aufsichtsrat des Tourismuskonzerns ist offenbar beendet. Tui teilte am Freitagabend mit, bei der Aufsichtsratswahl auf der Hauptversammlung soll statt der ursprünglich vorgeschlagenen DSW-Vertreterin Christiane Hölz Christian Strenger in das Gremium einziehen. "Dieser Vorschlag wird von allen großen Tui Aktionären unterstützt", hieß es in der Mitteilung. Ziel sei es, damit ein konstruktives Verhältnis zwischen den Aktionärsgruppen und dem Tui-Management herzustellen. Die Hauptversammlung findet am 9. Februar in Hannover statt.

In das Gremium dürfte damit endlich Ruhe einziehen. Seit Jahren gibt es bei der Tui einen Streit zwischen Großaktionär John Fredriksen und dem Management. Fredriksen, der rund 15 Prozent der Anteile hält, hatte wiederholt einen Sitz im Aufsichtsrat gefordert. Dies hatte das Management und die ihm freundlich gesonnenen Aktionäre mit Verweis auf mögliche Interessenskonflikte jedoch stets abgelehnt. Wie Tui über die Beteiligung an Hapag-Lloyd ist auch Fredriksen im Reedereigeschäft tätig. Der Vertraute des norwegischen Großaktionärs, Tor Olav Troim, sagte zu Reuters: "Wir sind mit der Lösung glücklich. Wir werden keinen eigenen Kandidaten aufstellen. Wir wollen jetzt Frieden".

Strenger ist Mitglied der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" und in der Börsensachverständigenkommission des Bundesfinanzministeriums. Er ist bereits in mehreren Aufsichtsräten vertreten - bei der DWS Investment GmbH, bei Evonik und dem Flughafenbetreiber Fraport.

Kommentare (1)

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Gerd Kintzel

22.01.2011, 17:49 Uhr

Wer diese Querelen bei TUi kannte wird verstehen, daß diese Meldung ein paar Zeilen wert ist.

Aber wie ist es denn damit: in den Karstadt-Aufsichtsrat - das ist der Aufsichtsrat, der es jahrelang zuließ, daß wechselnde Vorstände den Konzern bis zur insolvenz plündern konnten - soll nach Meldungen der Medien in dieser Woche Frau Doris Schröder-Köpf einziehen. Richtig, das ist die Frau unseres Altkanzlers Gerhard Schröder, auch bekannt als Gas-Gerd.

ich meine, als ehemalige bildzeitungsredakteurin ist sie für dieses Amt geradezu prädestiniert - sie könnte dann live aus der Mitte der Skandale heraus berichten!

Träume ich das eigentlich alles nur, oder driften wir wirklich immer schneller Richtung bananenrepublik?

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