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09.07.2017

14:23 Uhr

Konfiguratoren im Online-Handel

Wenn der Kunde die Design-Hoheit hat

Ob Kekse oder Wurst, Schuhe oder Autos: Im Internet können Kunden beinahe jedes Produkt nach ihrem Geschmack konfigurieren. Für Online-Händler sind Konfiguratoren eine attraktive Erlösquelle – doch es gibt auch Risiken.

Individualisierbares Gebäck erfreut sich zunehmender Beliebtheit. dpa

Kekse als Geschenk

Individualisierbares Gebäck erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

BrilonSie sind lange haltbar, lassen sich auch in kleinen Mengen gewinnbringend produzieren und sind robust im Versand. Gregor Stapper aus dem sauerländischen Städtchen Brilon kennt die Vorzüge von Keksen genau. Schließlich verdient der Bäckermeister sein Geld mit ihnen – mit einem Online-Versandhandel, in dem es individuell gestaltbare Kekse zu kaufen gibt.

Doch nicht nur das Gebäck lässt sich heute nach eigenen Wünschen im Netz zusammenstellen. Exotisch geht es auch bei anderen Lebensmitteln zu: Eine Leberwurst mit Champignons oder Banane? Maultaschen mit Blutwurst und Apfel? Alles machbar.

Wer im Netz lange genug sucht, findet für fast alles eine Seite zum Selbstgestalten: Kinderbücher, Urnen oder Kratzbäume. Manches scheint eher skurril als nützlich. „Das es das gibt, heißt ja nicht, dass es sinnvoll ist. Vieles ist auch sehr in der Nische“, sagt Professor Frank Piller von der RWTH Aachen. Er forscht seit Jahren über die Produktion von Waren nach individuellen Kundenwünschen.

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Digitale Konfiguratoren stammen aus dem Maschinenbau und der Medizintechnik und liefen dort zuerst auf den Computern der Vertriebler, erzählt Piller. Gegen Ende der neunziger Jahre gingen erste Webseiten online. Einer der ersten Anbieter bot individualisierbare Schuhe an – doch es war noch zu früh. „Die Leute haben sich nicht einmal getraut, im Internet ein Buch zu bestellen – geschweige denn, einen Konfigurator zu nutzen“, sagt Piller.

Heute ist das anders. Mit der zunehmenden Individualisierung von Produkten steige auch die Verbreitung von Online-Konfiguratoren, sagt Frank Termer vom IT-Verband Bitkom. Populäre Beispiele sind der Schuh-Konfigurator des Sportartikelriesen Nike oder der Cerealienmischer von Mymuesli. Viele Autokäufer bestellen ihr Wunschfahrzeug längst im Netz, bevor sie zum Händler gehen – oder es gleich via Internet ordern.

„Die Bedürfnisse der Kunden werden individueller“, sagt Ralf Scharnhorst vom Deutschen Marketing Verband. Ihm zufolge sind die Online-Konfiguratoren auch ein Sprung zurück in die Zeit vor der industriellen Massenfertigung. Heute sei es möglich, viele Güter passgenau herzustellen und dabei dennoch profitabel zu sein.

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